Was für ein Deckenaufbau im Bad?


11.05.2022 Pyxion 5 173

Hallo,

ich renoviere in meinem Fachwerkhaus das Bad. Dieses wurde mit einem Anbau 1954 an das Fachwerkhaus angesetzt. Die Raumhöhe ist sehr niedrig - knapp 2m. Momentan ist im Bad alles raus und es sollen eine Dusche + Badewanne mit rein. Vor dem rausreißen war nur eine Dusche drin.

Alter Deckenaufbau:
Beim alten Deckenaufbau hat man die Deckenbalken nicht gesehen. An den Innenseiten der Deckenbalken waren schmale Latten angenagelt und auf diesen lagen lose Bretter. Auf den Brettern war dann einfach loser Lehm drauf.
Von der Unterseite der Deckenbalken waren dann 4m lange Bretter angenagelt, diese waren mit Stroh armiert und darauf ganz normaler Putz.

Diesen Deckenaufbau habe ich entfernt so, dass ich die Deckenbalken freigelegt habe und nochmal 5cm Raumgewinn nach oben geschaffen habe (also 5cm Gewinn bis zur Unterkante des Deckenbalkens).

Das Bad selber liegt im Erdgeschoss, es gibt ein Fenster zum Lüften und über dem Bad liegt ein Büro mit Dielenboden. Im aktuellen Zustand, nach Entfernen des alten Deckenaufbau, sieht man die Deckenbalken die eine Höhe von 14cm haben und darauf sieht man direkt den Dielenboden vom Büro.
Meine Frage ist nun wie ich einen neuen Deckenaufbau gestalten kann, mit dem ich eine annähernde Schalldämmung (wie vorher) und eine gewissen Feuchtigkeitstoleranz habe.

Idee:
Die Deckenbalken sollen frei bleiben. Oben werden Dachlatten angesetzt (48mm stark), dazwischen wird 50mm starke Hanfwolle geklemmt. An die Dachlatten wird von unten eine Holzfaserplatte geschraubt (20mm) und an diese eine 10mm Schicht Lehm aufgetragen.

Im groben hätte man dann 8cm für den Aufbau zw. den Deckenbalken. Wenn ich mich nicht täusche sind das eig. alles Materialen die auch mit Feuchtigkeit umgehen können, allerdings weiß ich nicht, ob das so auch bei einer Feuchtigkeitsmenge wie sie im Bad vorhanden ist, klappt... Die Deckenbalken sind alle schwarz (eingefärbt mit Rußpulver?) - diese würde ich evtl. abschleifen und mit Leinöl bestreichen.

Ich hätte ganz gerne zu dieser Idee ein wenig Feedback und Tipps ob man da noch eine Dampfbremse integrieren sollte - oder ob das allg. eine blöde Idee ist, weil überhaupt keine Feuchtigkeit von unten an die Dielen vom Büro randarf... etc.

Ich hatte mal spaßeshalber ein, zwei Handwerker gefragt die bei anderen Dingen unterstützt hatten - diese waren aber keine Fans vom Lehm und haben mir eher Trockenbau (grün) vorgeschlagen.


Grüße pyxion

Warum


11.05.2022 Waldkater

kommen die Fragen immer erst, nachdem man alles rausgerissen hat?
Der Lehm war dein Schallschutz.
Erstmal hier reinlesen.
https://www.fachwerk.de/pdf/fussboden-im-altbau-teil-3-holzbalkendecke-im-obergeschoss.pdf
Dann weitere Fragen.

Bad-Deckenaufbau



Der Lehm hätte als Schalldämmung gut funktioniert-
alternativ feinen Sand auf Rieselschutz verwenden.

Kalkputz, Kalk-,Mineral-, Silikatfarben verwenden und nur Flächen im Spritzbereich verfliesen.
Auf gute Lüftung achten- besonders bei längerem Duschen oder Baden- ggf Luftfeuchtigkeitsmessgerät anbringen

Danke


17.05.2022 Pyxion

für die Antworten.

Also für Schallschutz/Schwingschutz kann man wieder Lehm reinmachen, ok. Die Masse vom Lehm wäre wahrscheinlich sinnvoller als die Idee mit der Hanfwolle.. habe jetzt auch noch mal bisl weiter quer gelesen. Dadurch das der obere Raum genutzt und beheizt wird, brauch ich ja eig. auch keine Wärmedämmung.
Wie ist das aber nochmal mit der Feuchtigkeit? Angenommen beim neuen Deckenaufbau sind die Balken frei und mit Leinöl bestrichen. Die Zwischenräume werden wieder mit Einschüben versehen und mit Lehm gefüllt. Darunter werden Holzfaserplatten geschraubt und diese mit Lehm verputzt. Würde dieser Aufbau mit der hohen Luftfeuchte klar kommen? Könnte es passieren das die Feuchtigkeit bis zur Unterseite der Holzdielen vom drüber liegenden Raum kommt? Und wenn ja würde das direkt problematisch sein - oder bei "geringen" Mengen vertragen werden?

Re: Danke



"Dadurch das der obere Raum genutzt und beheizt wird, brauch ich ja eig. auch keine Wärmedämmung. "
Richtig. In dem Fall ist der Schallschutz das Wichtigere.

"Die Zwischenräume werden wieder mit Einschüben versehen und mit Lehm gefüllt. Darunter werden Holzfaserplatten geschraubt und diese mit Lehm verputzt."
Wenn du die "Einschübe" unter die seitlich an die Balken angebrachten Leisten schraubst, kannst du sie auch direkt verputzen. Die teuren HWF-Platten brauchts nicht. Tackere einfach Schilfrohrgewebe längs in die Deckengefache an die Bretter und ziehe es zunächst über die Halme mit einem stroharmierten Lehm-Unterputz zu. Wenn diese Schicht getrocknet ist kannst du eine zweite Lage aus dem gleichen Unterputz drüber ziehen, darin ein Armierungsgewebe einbetten und wieder trocknen lassen. Zum Schluss nochmal eine Lage Ober- oder Feinputz drüber, fertig für den Anstrich.

Die Balken solltest du spätestens vor der letzten Putzschicht aufarbeiten und ölen. Das Öl sollte getrocknet sein, damit es nicht vom Holz in den Putz zieht.

Vorm Einfüllen der Lehmschüttung kannst du ein Rieselschutzpapier auf die Einschübe auslegen und an den Balken verkleben, damit durch die Anschlußfugen zwischen Putz und Balken nix runter rieseln kann, falls an den Anschlußfugen im Laufe der Zeit Risse entstehen.

"Würde dieser Aufbau mit der hohen Luftfeuchte klar kommen?" Ja, wenn die Feuchtigkeit regelmäßig die Chance bekommt weg trocknen zu können, sprich, gelüftet wird. Aber das machst du ja sowieso immer... ;-)

Gruß,
KH

Super


18.05.2022 Pyxion

Dankeschön für die detaillierte Antwort und den Tipp mit dem Weglassen der Holzfaserplatte! :)



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