Bodenaufbau mit Schaumglasschotter - Haustüranschluss?


12.05.2022 Avan 17 505

Hallo liebe Forengemeinschaft!

Ich lese schon seit längerem in diesem Forum mit und möchte mein Lob aussprechen! Ich konnte schon einige Probleme mit den hier zur Verfügung gestellten Informationen lösen (z. B. Kappendecke, Stallwand mit Urin).

Doch jetzt habe ich eine Frage, zu der ich bisher keine Lösung gefunden habe.

Ich baue eine Scheune zu Gewerbe und Wohnen um und der gewerbliche Teil muss schnell fertig werden. Der neue Bodenaufbau bereitet mir Kopfzerbrechen bzw. das Detail "Eingangstür / Schaumglasschotter".

Die Scheune ist nicht unterkellert und ich habe bereits den Boden ausgeschachtet, der nun mit Schaumglasschotter wieder aufgebaut werden soll.

Mein Fensterbauer möchte vor dem Einbau der Eingangstür schon den Estrich im Raum liegen haben und an diesem Punkt werde ich nahezu verrückt...

Wie könnte ich möglichst sinnvoll den Bereich an der Türschwelle ausführen? Auf Herstellerseiten gibt es bekanntlich nur Zeichnungen für den Bodenaufbau und auf Nachfrage wollte sich leider auch niemand festlegen. Hat jemand von Euch Erfahrungen oder gar eine Detailzeichnung?

Ich möchte nur mit ökologischen Werkstoffen arbeiten und Dinge wie XPS-Platten etc. nicht verwenden. Doch ich befürchte ohne Hilfe eine Wärmebrücke zu fabrizieren.

Ich würde mich freuen, wenn mir jemand mit Informationen helfen könnte.

LG Avan oder selbst ist die Frau ;-)

P. S.: Der Rest der Scheune wird in Ruhe ausgebaut und darauf freue ich mich.

Ich würde ...



...keine Baumaterialien ausschließen, nur weil sie nicht "ökologisch" oder "nachhaltig" oder "natürlich" sind. Das sind nämlich alles recht schwammige Kriterien. Letztendlich gibt es für jeden Einsatzzweck geeignete und ungeeignete Materialien. Das Ergebnis zählt letztlich. Wer mit einem Riesenaufwand ein konventionelles Baumaterial vermeidet (und am Ende funktioniert die Lösung vielleicht noch nicht 'mal), der hat einen Fehler gemacht.

Ich hätte gar nicht mit SGS aufgebaut (meine Variante wäre Leichtbeton, Sperrbahn, Holzweichfaserplatten mit eingelegeten Lagerhölzern...), aber nun ist er ja wohl schon drin. Mit den Schachtarbeiten und der Verdichtung des SGS hast Du hoffentlich der Gründung der Wände nicht geschadet. Eine solide Sperrbahn brauchst Du aber trotzdem!

Ich würde an dem Anschlussdetail exakt die ausgeschlossenen XPS-Platten verwenden. Alternativ könnte die Verwendung von Foamglasplatten geprüft werden.

Grüße

Thomas

Es ist doch alles komplizierter...


13.05.2022 Avan

Hallo Thomas,

vielen Dank für deine Antwort. Foamglasplatten kamen mir auch schon in den Sinn, aber dann würde ich doch eher auf altbekannte XPS-Platten setzen... Möchte das Rad dann doch nicht neu erfinden.

Der SGS ist noch nicht drin, es wäre jetzt der nächste Schritt...

Vielleicht noch einige Infos mehr zur Scheune:
Die Wände stehen auf Streifenfundamenten aus Naturstein, Außenwände 36,5 cm Ziegel, ab OG Fachwerk.
Vom Vorbesitzer wurde einfach Beton in den Raum gegossen und Bewehrungsmatten ohne Sinn und Verstand dazu, waren wohl Reste.

Ich bin froh alles draußen zu haben und hatte den Luxus, nur bis zur Oberkante vom Fundament ausschachten zu müssen, weil die Raumhöhe mehr als ausreichend ist, auch die Höhe der neuen Tür bei höherem Bodenniveau.
Der SGS sollte in dieser Hälfte des EG als Provisorium rein, da ich den Raum dringend für mein Gewerbe brauche. Deshalb wollte ich eine schnelle und unkomplizierte Lösung, die rein "trocken" aufzubauen ist.
Später würde ich mit dem Gewerbe in die andere Hälfte des EG ziehen wenn dort der Boden gemacht ist und das Provisorium wieder entfernen. Der SGS würde dann anderweitig Verwendung finden auf der Kappendecke.

Wieso der ganze Aufwand? Die restliche Scheune steht noch voll vom Vorbesitzer und er räumt im Schneckentempo aus. Es kommen immer mehr gruselige Dinge wie Altöl im Boden der anderen Scheunenhälfte zum Vorschein. Bis die Scheune oben und in der anderen Hälfte des EG leer ist dauert es wohl noch ewig und der eigentliche Umbau verschiebt sich. Meine Nerven...

LG Avan

P. S.: Ich hatte den ganzen Winter schon mitgeholfen auszuräumen und bin mittlerweile Stammkunde beim Containerdienst und der Entsorgungszentrale... Nur diese Massen! Es ist ja nicht mein Müll, aber wenn ich nicht aktiv bin, dann macht der Vorbesitzer leider auch nichts.
Da hilft nur noch schwarzer Humor und ein Hoch, dass eine Baugenehmigung etwas länger gültig ist.

SGS auf Kappendecke?



Angesehen davon, daß das natürlich doppelter Aufwand wäre, den SGS noch einmal umzulagern... auf eine Kappendecke wäre er mir schlicht zu leicht. Ausserdem muß er auch hier mit der Rüttelplatte verdichtet werden. Dieser Teil der Sache würde mir Bauchschmerzen machen. Auf einer Kappendecke ist Leichtbeton die bessere Wahl.

Ich bin kein Freund von SGS im Innenbereich. Was spricht denn dagegen, einen Leichtbeton als Unterbeton einzubauen? Waagerecht abzuziehen? Darauf eine Sperrbahn (die schon wenige Tage nach dem Einbau des Leichtbetons kommen kann und die auch bei SGS nicht fehlen dürfte), und dann der endgültige Aufbau statt eines Provisoriums? Was hast Du denn als Nutzschicht für den EG - Boden geplant?

Grüße

Thomas

Welche gewerbliche Nutzung?



Welche Art von Gewerbe wird denn zukünftig in der Scheune betrieben? Denn das könnte auch eine Rolle zum Fußbodenaufbau spielen. Wenn z. B. schwere Maschinen aufgestellt werden, wäre das bei der Planung der Dämmung zu berücksichtigen. Dann könnte wegen der Druckfestigkeit bei hoher Punktbelastung SGS schon die bessere Wahl sein, statt XPS- oder HWF-Platten.

Gruß,
KH

Geplant ist später eine Fußbodenheizung...


14.05.2022 Avan

Hallo und Danke für eure Antworten!

Es soll eigentlich eine Fußbodenheizung ins Gebäude. Mein Architekt sendete auf Nachfrage für einen provisorischen Fußbodenaufbau besagte Zeichnungen von SGS Herstellern mit dem Hinweis, dies sei idiotensicher und wir könnten den SGS später auf der Kappendecke verbauen. Dann verabschiedete er sich in Elternzeit und ich bin nach wie vor ratlos.

Mir wurde gesagt, dass ich mit Lagerhölzern auf SGS arbeiten soll. Nach meinem Verständnis müsste ich aber eine Sperrbahn auf den SGS aufbringen und ohne eine Ausgleichsschicht, würde diese in meinen Augen nicht lange halten. Wäre die Ausgleichsschicht dann ein Estrich, könnte ein Rückbau des SGS problematisch werden.

Mir wäre eine dauerhafte Lösung lieber... aber wie? Leichtbeton? SGS?
Den Fußbodenbelag samt Konstruktion (Lagerhölzer) entfernen, Leichtbeton / SGS drinnen lassen und darauf den später eigentlichen Aufbau mit Fußbodenheizung verlegen, ohne das ich alles wieder rausreißen muss wäre super. Es ist schließlich auch eine Kostenfrage.
Als Nutzschicht soll das EG im Eingangsbereich einen Fliesenbelag bekommen, für das Provisorium wird es wohl auf Holz hinauslaufen.

Das GEG muss ich natürlich auch im Hinterkopf haben, falls Leichtbeton / SGS drin bleiben kann. U-Wert von 0,30 W/m²K? (Hoffe es war der richtige Wert.)

Gewerblich betreibe ich Gitarrenbau, sprich das schwerste was der Boden aushalten muss ist eine kleine Bandsäge von ca. 70 kg und meine Hobelbank. Alles andere ist Handarbeit.

Zum Glück ist mein Fensterbauer flexibel und hat mir zugesagt, dass er kurzfristig meine Eingangstür anfertigen kann, er muss nur noch einmal die endgültigen Maße nehmen. Die Tür ist leider auch nicht von der Stange wegen einem Stichbogen, sprich ich kann für die Tür keine Notlösung basteln.

Demnach muss der provisorische Bodenaufbau mit dem späteren, endgültigen Aufbau samt Fußbodenheizung auf gleiche Höhe kommen.

Vielen Dank für eure Geduld und Hilfe bis jetzt!

Verwirrte und verzweifelte Grüße...

Avan

Re: Bodenaufbau mit Schaumglasschotter



Ok, eine 70kg-Bandsäge ist keine bedenkliche Belastung und auf der Hobelbank wirst du wohl nicht mit dem dicken Hammer rum hämmern... ;-)

Wenn du einen völlig "offenen" Fußbodenaufbau präferierst und eine FBH einbauen willst, dann wäre vielleicht das "Trockenbausystem" von Lithotherm dein Ding. Der Aufbau ist wie folgt: Ca. 30 - 35 cm SGS, als kapillarberechende Schicht und Dämmung in einem, darauf ein Geovlies, darauf waagrecht abgezogen eine Splitschüttung, z. B CEMWOOD, darauf die Formplatten von Lithotherm. Diese sind haben umlaufend N+F und sind für die Rohre der FBH genutet. Auf die Formplatten können Fliesen verlegt werden. Wobei ich für eine Werkstatt für Holzbearbeitung einen Holzboden vorziehen würde. Soll ein Dielenboden verlegt gibt es passend zu den Formplatten N+F-Leisten, die zwischen die Platten gelegt werden. In diese Leisten werden dann die Dielen verschraubt. Mehr dazu siehe https://www.lithotherm-system.de/

Was dein eingangs erwähntes Problem mit der Eingangstür sein soll verstehe ich nicht. Das müsstest du genauer erklären. Nur so viel: Die Tür hat eigentlich mit dem SGS, bzw. dem Fußbodenunterbau nichts zu tun. Die sitzt doch in der Wandscheibe, also auf dem Streifenfundament.

Gruß,
KH

Ein "völlig offener"...



...Fussbodenaufbau mit Fußbodenheizung und gar Dielung mit Lagerhölzern: Das ist sehr ...abenteuerlich. Werktags hätte ich noch wesentlich klarere Ansagen zu bieten.

Ich würde keinesfalls nach einem vagen und eher bauhilosophischen als umsetzbaren "Irgendwie" einer abgestorbenen Architektin bauen. Suche Dir bessere jemanden, der praktische Erfahrungen hat und am Thema bleibt.

Grüße

Thomas

Fußbodenaufbau



Für eine Guitarrenbauwerkstatt würde ich einen Dielenfußboden nehmen- ggf mit Fußbodenaufbau, der wesentlich angenehmer zu begehen ist als ein starrer Fliesenboden.

Die Tür muß ja nur stabil aufstehen- ggf Purenit oder einen Betonstreifen oder Fertig-Betonsturz verwenden, was am schnellsten geht. Dahinter Wärmebrücken vermeiden.
Du kannst mich auch heute anrufen- ggf läßt sich einiges so schneller klären

Re: Ein "völlig offener"....



Hallo Thomas,

deine Bemerkungen zu "einer abgestorbenen Architektin" verstehe ich nicht. Was willst du in Zusammenhang mit dem Thread damit ausdrücken?

Bezüglich deiner Anmerkung zum Thema Bodenaufbau: Erkläre doch bitte hier mal SACHLICH was deiner Meinung nach gegen einen offenen Aufbau (im Sinn von ohne Abdichtung nach unten), wie ich ihn beschrieben habe, spricht. Tatsache ist doch dass Fußböden jahrhundertelang so gebaut wurden und teilweise bis heute existieren.
Völlig verwirrt mich deine Aussage "...und gar Dielung mit Lagerhölzer: Das ist sehr...abenteuerlich".
Das ist doch genau die Bauweise für Dielenböden. Verstehe ich da etwas falsch?

Richtig ist, ich habe vor kurzem zum ersten Mal das Lithotherm System mit FBH "live" gesehen, bzw. zugeschaut wie es eingebaut wurde. Anfangs war ich (auch) skeptisch, aber nachdem ich die Jungs die es eingebaut habe den ganzen Tag über mit (Detail-)Fragen genervt hatte, bin ich davon mittlerweile gar nicht mehr so abgeneigt.
Das verbaute System war eines mit N+F-Leisten für einen Dielenboden. Die Leisten sind, wie z.B. beim Steico -Floor-System, etwas flacher als die Formplatten, so dass die Leisten beim Anschrauben der Dielen hoch gezogen werden und die Dielen flächig aufliegen. Von daher, die Machart an sich ist nichts neues, wird von anderen Hersteller auch so angeboten, nur halt mit HWF- statt mineralischen Platten.

Gruß,
KH

PS: Falls die Frage aufkommen sollte, warum ich in dem Fall einen Holzboden (statt Fliesen) präferieren würde: Jeder/jedes runtergefallene Stechbeitel/Hobelmesser wird es danken.... ;-)

Also,



Jemand (oder Jemandin), der/die/das eine ungare Idee loslässt und dann in die Kinderpause verschwindet, ist für die laufenden Projekte abgestorben. Ziemlich unprofessionell.

"Tatsache ist doch dass Fußböden jahrhundertelang so gebaut wurden und teilweise bis heute existieren."

Nein, das ist in mehrfacher Hinsicht keine Tatsache. Mit SGS hat bis vor kurzem gar Keiner gebaut. Mangels Vorhandensein. Nach unten nicht abgesperrte Böden aus Lagerhölzern / Dielung (Deine Empfehlung) hatten immer schon eine kurze Lebensdauer. Es mag Ausnahmen geben, so wie der Ritter Kahlbutz ja auch auf wundersame Weise mumifiziert wurde. Im Allgemeinen jedoch hat die kapillare wie auch die dampfförmige Feuchte dafür gesorgt, daß Holzfeuchtigkeiten erreicht wurden, bei denen ein Schädlings / Pilzbefall erfolgte. SGS mag kapillarbrechend sein, dampfdicht ist er nicht.

Die "völlige Verwirrung" lässt sich leicht lösen. Meine Anmerkung bezieht sind unzweifelhaft auf Lagerhölzer über unabgesperrtem Grund. Die Kombination FBH/Lagerhölzer/offener Aufbau wird in den allmeisten Fällen zu einer stark beschleunigten Kompostierung führen.

Nun mag ein Cottoboden (o.ä.) vielleicht trotz des (überflüssigen und vermeidbaren) Dampfeintrages in den Raum auf SGS funktionieren. Es gibt aber keinen erkennbaren Grund, auf die Sperrschicht zu verzichten. Der Verzicht einer Sperrschicht unter FBH jedoch ist sehr grob falsch.

Zu Lithotherm: Ich habe einen Holzboden gesehen, der darauf verlegt war und deutlich knirschte. Vermuteter Grund ist, daß die Elemente nicht maßhaltig / verzogen sind und deshalb nicht fest liegen. Auf Holzweichfaserplatte z.B. liegt so ein Dielenboden garantiert besser, und man schleppt sich nicht halbtot an den ja auch nicht billigen Teilen. Mir fällt kein geeigneter Einsatzort für Lithotherm ein. Wer denn einen Heizestrich will, der gieße ihn. Und wer Dielen will, kommt ohne die Teile besser zum Ziel.

Nun habe ich aber 'mal eine Frage: Warum in all Welt sollte man heute, wo Sperrebenen leicht herzustellen sind, auf diese verzichten? Früher war genauso klar, daß Feuchte und Holz nicht gut zusammengehen. Ersatzweise hat man Lagerhölzer gerne giftig imprägniert, mit interessanten Ausgabenstellungen für die heutige Entsorgung. Früher waren aber die Baukörper nicht so dicht, Luftaustausch war durch undichte Fenster/ Türen möglich und erfolgte durch die Öfen sogar zwangsweise. Dielenböden waren häufig unterlüftet, was heute auch keine Option mehr ist. Mittlerweile sind die Raumtemperaturen in der Heizperiode deutlich gestiegen, die absolute Luftfeuchte steigt damit zumeist. Heute, wo alles viel dichter gebaut wird und gleichzeitig der innere Luftfeuchteeintrag steigt (Bäder, "Fensterbankgemüse"), ist eine flächige Sperrschicht unverzichtbar.

Grüße

Thomas

Meine Idee wäre jetzt folgender Aufbau...


16.05.2022 Avan

Ich finde den Vorschlag mit Lithotherm sehr ansprechend, denn dadurch erspare ich mir einen Rückbau des provisorischen Fußbodens...zumindest zum Teil.

In meiner Werkstatt soll natürlich ein Holzboden verlegt werden, dass steht außer Diskussion. Da aber die Werkstatt nun provisorisch in die linke Hälfte des EG muss und dort später der Eingangsbereich, Gästetoilette und HWR sein werden, soll dort auch ein Fliesenboden rein. Das Rest vom EG wird später Dielenboden.

Spricht etwas dagegen, wenn ich nun folgendermaßen vorgehen würde?

1. Geotextilvlies, SGS, erneut Geotextilvlies, Ausgleichsschüttung, darauf das Lithotherm-System mit den HWF-Platten etc. und abschließend ein Dielenboden, den ich im nächsten Jahr abbauen würde (wird in der Werkstatt dann verwendet) und durch Fliesen ersetzen würde.

Zu Bedenken wäre ja noch, dass die Fußbodenheizung erst nächstes Jahr eingebaut wird, ich muss diesen einen Winter mit Strom (Elektroradiator) auskommen. Ich habe leider keine Wahl.

Die Heizschleifen und auch Rohre zum Verteiler würde ich dann von einer Firma in einem Rutsch für alle Stockwerke verlegen lassen wollen, wenn auch die Wärmepumpe installiert wird. Würde aber vorab im restlichen EG das Lithotherm-System komplett einbauen.

Zwischen welchen Schichten wäre es möglich eine Abdichtung (Katja Sprint?) zu verlegen? Die Scheune steht am Hang, dass Fundament ist an drei Seiten bis zu 3,5 m über Bodenniveau. Nur die Hausseite mit Eingangstür liegt eben, aber über die komplette Wand ist ein Vordach von 1,5 m. Hangwasser hatte ich beim Ausschachten nicht erlebt, aber es wird trotzdem eine Drainage im nächsten Jahr verlegt, sicher ist sicher.

Eine Abdichtung im Bodenaufbau würde ich aber nach dieser Diskussion definitiv bevorzugen! Nur wie wäre das möglich?

Zur Tür: Die eigentliche Frage hat sich mittlerweile geklärt, da ich vom Fensterbauer die nötigen Informationen nun doch erhalten habe. Wie auch vorgeschlagen (Danke @Andreas Teich für den Hinweis), wird es ein Fertig-Betonsturz. Ich war nur zuerst verwirrt, weil der SGS keine gerade Kante hat... Schotter eben. Ihr könnt mich steinigen! ;-)
Ich bin derzeit etwas panisch mit der Kündigung meiner Gewerberäume und der Elternzeit des Architekten (kann man einem Mann ja nicht ansehen, dass so etwas demnächst ansteht). Es kommt eben alles auf einmal und ich konnte vor lauter Panik keinen klaren Gedanken fassen.

Deshalb an dieser Stelle tausend Dank für die vielen Inspirationen!

Nun befürchte ich, dass der Bodenaufbau ein bißchen zu hoch werden könnte. Spricht an dieser Stelle etwas dagegen ein paar Zentimeter tiefer als Fundamentoberkante auszuschachten? Das Fundament ragt 20 cm in den Raum hinein, mal mehr, mal weniger, da Naturstein. Geplant ist später eine Dämmung der Außenwand.

LG Avan

Edit: Im Ziegelmauerwerk liegt eine Horizontalsperre aus Bitumen (???), falls das irgendwie relevant sein sollte. Ich würde mit dem SGS auf ein höheres Niveau kommen.

Hinter jeder Umsetzungsidee...



...ist irgendein Ziel verborgen. Ich erkenne es nur noch nicht. Ist es wirklich unzumutbar, für ein Jahr oder gar weniger auf einen Dielenboden zu verzichten? Sofort den keramischen Boden einzubauen, oder für die kurze Zeit direkt auf einem Heizestrich zu arbeiten? Die Baukasse würde sich freuen:

Das Lithothermgedöns kostet einiges Geld, ist aber unter Fliesen schlicht überflüssig. Da tut es ein Heizestrich völlig. Er muß fachgerecht trockengeheizt werden, bevor er belegt wird. Bleibt er erstmal offen, erübrigt sich das, bis zum Belegen der Fliesenleger die Belagreife des Estrichs prüft. Solch ein Heizestrich wird sauber abgezogen, und wäre auf jeden Fall eine geeignete provisorische Nutzschicht, für ein Jahr. Auch für den ambitionierten Holzarbeiter. Ich bin Möbelrestaurator, und arbeite seit 2004 auf einem Estrich, weil Hochwassergebiet und der Dielenboden, den ich vorher drin hatte, nach dem Elbhochwasser im Lagerfeuer landete. Also, ich komme seit 18 Jahren ohne gesundheitliche Blessuren oder qualitative Abstriche an meiner Arbeit auf Beton zurecht. Da sollte das Jahr doch ein Klax sein...

Für den Rest des EG, der später Dielen bekommen soll, ist Lithotherm ebenfalls nicht die beste Wahl. Der Trockenaufbau von Ripal hat die weilaus bessere Wärmeverteilung. Ausserdem, falls Du nix gegen auf Estrich verklebte Dielung / Parkett hast (es gibt inzwischen gute und schadstofffreie Kleber) wären viele Holzböden auch auf Heizestrich möglich. Der Riesenvorteil wäre: Heizestrich im gesamten EG, einfacher Aufbau, billiger und weniger Fehlerpotential.

Ich beobachte immer wieder, daß sich Bauherren an Details verzetteln, am Anfang zu viel Geld verschiessen und am Ende das Ende ewig auf sich warten lässt, weil die Baukasse leer ist.

Grüße

Thomas

Lithotherm und provisorischer Fußboden



Thomas, ich meinte mit dem jahrhundertelang so gebauten Holzfußböden natürlich den Aufbau, wie du es auch meinst: Erde/Schutt/Dreck, Sand/Schlacke/irgendwas, Lagerhölzer, Dielung. Mir ist schon klar das SGS ein moderneres Produkt ist. Ich sehe halt den Unterschied darin dass in dem Fall hier eben eine kapillarbrechende Schicht eingebaut wird und somit "nur" Dampf gegen die Unterseite der Dielung kommt. Was m. E. eine wesentliche Verbesserung gegenüber der "alten" Bauweise ist.
Um die Diskussion zum Thema Lithotherm zumindest von meiner Seite her zu beenden nur noch ein Wort dazu: Du hast grundsätzlich recht, wenn du sagst, ein "gewöhnlicher" (Heiz-)Estrich, mit "gewöhnlicher" Abdichtung ist die bessere Wahl. Oder sagen wir mal etwas neutraler, es ist auf jeden Fall sicherer, was die Abdichtung, resp. Feuchtebelastung von unten angeht.
Mir fiel diese Lösung ein weil Avan zu Anfang schrieb dass sie SGS und nur ökologische Materialien verwenden möchte. Für mich hieß das, es soll eine "offener" Fußboden aufgebaut werden. Dazu fiel mir eben das Lithotherm System ein. Vor allem weil ich es gerade erst (und zum ersten Mal) gesehen habe. Ob es auf Dauer und/oder "im Gebrauch" taugt, und über die Kosten kann ich nichts sagen. Ich finde es vor allem interessant wie einfach es aufzubauen ist.
Nebenbei bemerkt, weil du, Thomas, schreibst, dass du einen Boden kennst der knirscht. Genau das habe ich die Jungs von der Verlegefirma auch gefragt: Die Bretter direkt auf diese Steinplatten, mit all der losen Schüttung drumherum. Da knirschts doch eher früher als später? Antwort: Da kommt noch ein 3mm-Hanfvlies auf die Platten und darauf erst die Dielung. Auf meinen Einwand dass das Vlies doch den Wärmedurchgang reduziert kam die Antwort: "Je nachdem wie dick die Dielung ist, hast du auch unterschiedlichen Wärmedurchgang." OK, klingt erst mal einleuchtend, obs bei der Heizlastberechnung berücksichtigt wurde, habe ich nicht mehr nachgehakt...
Was mir bei dem Lithotherm System wirklich seltsam vorkommt, ist, dass man, lt. Hersteller, diesen nur durch N+F und etwas Fliesenkleber zusammengehaltenen "Plattenverbund" durchgängig mit Fliesen belegen könne. Ich denke, wenn dazu der Unterbau nicht zu 100% gleichmäßig verdichtet ist, sprich, so, dass nachträgliche Setzungen garantiert (d. h., z. B. auch bei Punktbelastung) ausgeschlossen sind, werden Fliesen früher oder später reißen und/oder hohl liegen. Diese Variante überzeugt mich gar nicht.

Nochmal zum eigentlichen Thema: Avan, wenn der Fußboden zunächst nur in einem Teil des Gebäudes und erst mal nur provisorisch hergerichtet werden soll, könntest du diesen Teil jetzt ausschachten und den SGS, als Teil der Dämmung (den du später an der XPS-, HWF-, oder-was-auch-immer-Dämmung einsparen kannst) und als kapillarbrechende Schicht so hoch einfüllen dass zum späteren Zeitpunkt eine Sauberkeitsschicht (auf die dann die Katja kommt) betoniert werden kann und den SGS zunächst z. B. mit zwei Lagen 12mm-OSB-Platten zu legen. Die zwei Lagen stoßversetzt miteinander verschraubt ergeben einen provisorischen, aber trotzdem recht stabilen Boden für die Werkstatt. Du müsstest später außer den OSB-Platten nichts mehr zurückbauen.
Im zweiten Akt brauchst du nur eine x-beliebige Baufolie auf den SGS auslegen und die Sauberkeitsschicht (Rohboden) drauf betonieren. Die Baufolie dient nur dazu dass das Anmachwasser des Betons nicht in den Unterbau (SGS) weg sackt. Auf die Sauberkeitsschicht/den Rohboden kommt dann die Abdichtungsbahn (z. B. die Katja, Bitumenbahn, o. ä.), die idealerweise, d. h., wenn möglich, mit der Horizontalsperre im Mauerwerk verklebt wird. Darauf kommt dann die Dämmung, darauf die FBH, darauf der Belag.
Wenn ich es richtig verstanden habe soll die Eingangstür jetzt schon gesetzt werden. Die gibt demnach die Höhe des zukünftigen fertigen Fußbodens vor. D. h., von diesem "Höhenpunkt" aus musst du sozusagen "rückwärts", nach unten rechnen, um zu wissen wie tief du ausschachten musst. Dazu brauchst du jetzt schon die Maße/Höhen aller "Schichten" (Belag, Heizestrich, Dämmung, Abdichtung, Rohboden, SGS).
Was zu deiner Frage führt: "Spricht an dieser Stelle etwas dagegen ein paar Zentimeter tiefer als Fundamentoberkante auszuschachten?" Nein, maßgebend ist die FundamentUNTERkante. Die sollte man tunlichst nicht untergraben!!! Zumindest nicht, wenn man nicht GENAU weiß was man da tut, bzw. wies geht.

Gruß,
KH

Jetzt aber...


17.05.2022 Avan

...komme ich Dank eurer Hilfe zu einem guten Kompromiss. Ja, es gibt kompromissbereite Frauen ;-) und der Wunsch rein ökologische Werkstoffe zu verwenden wäre schön, aber bei dem derzeitigen Chaos nicht zwingend.

Natürlich kann ich für ein Jahr auf einen Dielenboden verzichten, es war nur der "Rückbau-Gedanke", der mich in diese Richtung getrieben hatte. Den Vorschlag mit den OSB-Platten nehme ich sehr gerne an, diese Variante ist sinnvoll und für eine Notlösung wie ich sie brauche optimal.

Ich werde dann noch etwas tiefer ausschachten, um 30 - 35 cm SGS einbauen zu können. Von der Fundamentunterkante bin ich noch Meter entfernt. OSB-Platten drauf und fertig klingt herrlich stressfrei, aber ob Frau den SGS so eben hinbekommen würde? Meine Zeit würde für die Trocknung einer Sauberkeitsschicht noch reichen. Diese lieber schon Einbauen oder nächstes Jahr in einem Rutsch?

Zur Sauberkeitsschicht:
@KH: "Im zweiten Akt brauchst du nur eine x-beliebige Baufolie auf den SGS auslegen und die Sauberkeitsschicht (Rohboden) drauf betonieren. Die Baufolie dient nur dazu dass das Anmachwasser des Betons nicht in den Unterbau (SGS) weg sackt."

Auf Herstellerseite bzw. Seite eines Bauzentrums gibt es zwei andere Aussagen:
1. Aufbau Geotextilvlies, SGS, Geotextilvlies, 2-3 cm dicker Estrich als Sauberkeitsschicht
oder
2. eine 3 cm Sauberkeitsschicht aus erdfeuchtem Estrich auf SGS und mit letztem Rüttelgang verdichten

Welche Variante wäre die Sinnvollste zum Einbringen der Sauberkeitsschicht? Oder haben alle Aussagen ihre Daseinsberechtigung?

@Thomas: Deine doch kritische Stimme zu Lithotherm lässt mich aufhorchen und ich bevorzuge dann lieber die klassische Variante mit Heizestrich. Danke für den Hinweis mit dem schadstofffreien Kleber, ich habe in diese Richtung etwas recherchiert und werde es nächstes Jahr so umsetzen. Mir ist es definitiv lieber, wenn ich kein Stückwerk machen muss und Fußbodenheizung wollte ich gerne einem Fachmann überlassen.

Jetzt kann die "Rückwärtsrechnerei" ab Eingangstür endlich ein Ende finden, der Fensterbauer bekommt seine Maße für die Tür und ich kann den Fußboden beginnen...

Vielen, vielen Dank für Eure Geduld! Der plötzliche Zeitdruck für die Gewerberäume (Schock!), der verschollene Architekt und in der Not eine brauchbare Lösung zu finden, die keine Materialverschwendung beinhaltet --> ohne Euch hätte ich das Problem nicht lösen können.

Beruhigte Grüße sendet

Avan

Zu Ripal noch recherchiert...


17.05.2022 Avan

...und ich bin begeistert.

@Thomas: Danke für den Hinweis! Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich es im ersten Durchgang überlesen hatte.

@ Ripal



Das sind Spezialisten, die machen seit den 90ern nichts anderes als eben...die Ripal FBH. Sie berechnen auch die Dimensionierung.

Ich habe mit massiven Dielen auf Ripal durch die Jahre bei vielen Projekten sehr gute Erfahrungen gemacht. D.h. es gab nirgendwo Probleme, die dem Heizsystem zuzuschreiben gewesen wären.

Viel Erfolg, berichte doch über den Fortgang des Projektes.

Grüße

Thomas

Re: Zur Sauberkeitsschicht



"Auf Herstellerseite bzw. Seite eines Bauzentrums gibt es zwei andere Aussagen: 1. Aufbau Geotextilvlies, SGS, Geotextilvlies, 2-3 cm dicker Estrich als Sauberkeitsschicht oder 2. eine 3 cm Sauberkeitsschicht aus erdfeuchtem Estrich auf SGS und mit letztem Rüttelgang verdichten Welche Variante wäre die Sinnvollste zum Einbringen der Sauberkeitsschicht?"
Zum 1. Aufbau: Das erste Geovlies unterm SGS dient dazu dass keine "Feinteile", sprich Schlamm, Sand, usw. von der Seite und/oder von unten in den SGS einsickert. Wenn in deiner Scheune das Erdreich fest genug ist, brauchst du das Vlies an der Stelle nicht, da an den Seiten die Wände, bzw. das Fundament ist.
Statt dem Vlies auf dem SGS würde ich eine stabile Baufolie verwenden, einfach weil die viel billiger ist. Wie gesagt, die soll nur verhindern dass das Wasser aus dem Estrich/Beton in den SGS verschwindet und dem Beton zum Aushärten fehlt. Das Vlies ist nicht wasserdicht.
Zur 2. Aufbaumethode: Richtig ist, dass der SGS mit einer leichten Rüttelplatte verdichtet werden sollte.
Man muss aber aufpassen, dass man nicht zu viel drauf rum rüttelt, weil der SGS dabei immer mehr zerbröselt (ist ja nur Glasschaum). Bei der zweiten Methode muss man den erdfeuchten Beton sehr exakt ausbreiten und sehr exakt abrütteln, wenn die Oberfläche eben und waagrecht werden soll.
Das sollte man schon ein paar Mal gemacht haben....
Denn,
wenn du die Sauberkeitsschicht schon exakt waagrecht betonierst, sind die nachfolgenden Arbeitschritte viel einfacher, weil du dann keine Unebenheiten od. Höhendifferenzen mehr ausgleichen musst.
Für mich ist es einfacher einen etwas flüssigeren Beton waagrecht und eben abzuziehen. Ich lege ein paar gerade Stahlrohre (habe dazu verzinkte 3/4"-Wasserleitungen) auf erdfeuchte Betonhaufen/-balken und nivelliere sie damit ein. Dann fülle ich die Fläche mit flüssigerem Beton und ziehe ihn mit der Alulatte über die Rohre ab. So kann man ziemlich millimetergenau arbeiten.
Wenn man dem Beton noch etwas Verflüssiger bei mischt, verdichtet er sich beim Abziehen von selbst.
Man braucht keinen Rüttler/Verdichter.
Wenn der Beton dann etwas angezogen hat, kann man ihn noch mit einem Reibebrett etwas glätten, um Kellenschläge und sonstige Unebenheiten glatt zu bügeln und die Oberfläche etwas zu schließen. Das muss man aber nicht.

Ob du die Sauberkeitsschicht jetzt nur teilweise einbaust und damit den provisorischen (OSB-)Boden ersparst, oder später im Ganzen betonierst, ist eher eine Frage der Organisation, Logistik, Helfer, usw.. Ich würde lieber später alles in einem Rutsch betonieren. Dann hats nur einmal den Aufwand um den Kies und Zement bei zu karren und nur einmal die "Sauerei" beim Reinigen des Mischers, Schubkarre, Werkzeug, usw.. Und die Helfer brauchen nur einmal zu kommen.

Gruß,
KH