Sanierung altes Bauernhaus wie Bodenaufbau und Horizontalsperre


07.06.2022 Andreas1900 8 426

Hallo Liebe Fachwerk Community. Nachdem ich mich schon länger hier eingelesen habe , habe ich mich nun doch hier angemeldet, da ich zahlreiche Fragen habe . Aber nun erst einmal zu meinem Projekt.

Ich saniere gerade unser altes Bauernhaus bestehend aus Feldbranntbacksteinen, welches ca. um 1900 erbaut wurde. Das Haus befindet sich in einer leichten Hang Lage bzw mit Gefälle zum Haus hin. Wir haben vor ca 2 Jahren von außen mit Bitumen abgedichtet und eine Noppenbahn vorgesetzt. (Ich weiß das es dort verschiedene Meinungen zu gibt )

Wir hatten im Haus immer wieder mit aufsteigender Feuchtigkeit zu kämpfen. Nicht nur an den Außenwänden sondern auch an Innen und Zwischenwänden. An den Fußleisten hat sich auch schimmel gebildet und an einer Stelle wo der Kamin stand , kam so viel Feuchtigkeit durch das dort die Holzdielen gammelten.

Das Haus wurde schon mal in den 90ern saniert allerdings mehr schlecht als recht . Im Esszimmer war unter den Holzdielen Gussasphalt darunter ein paar cm Estrich direkt im feuchten Erdreich . In der Küche und im Voraum war immerhin Estrich , dann ein bisschen Styropor und darunter beton . Beides in der Küche mit Bewährung. Dorthinter im Voraum der Küche befindet sich ein Gewölbekeller, welcher leider nicht mehr im guten Zustand ist.

Vor die Außenwände wurde mal bimsstein gesetzt dazwischen Luft und dann kam die Außenwand. Der Putz auf der Innenwand wurde mit Raufasertapete und Gipsputz zugeklatscht .

Nun zu meinem Vorhaben . Ich plane als erstes Kalkzementputz als Ausgleich auf den Wänden, dann eine 60er Holzfaserdämmplatte, Wandheizung und Lehmputz. Es soll eine Horizontalsperre eingezogen werden und der Fußbodenaufbau soll wie auf dem Foto gestaltet werden . Dabei habe ich mich anhand von Aussagen und PDFS des Herrn Böttcher orientiert. Wir haben nicht nur die Feuxhte in den Wänden sondern auch im Erdreich des Bodens. Der war schon sehr lehmig feucht.

Nun habe ich gleich mehrere Fragen .
Ich wollte ursprünglich eine Horizontalsperre mittels Creme Injektion einziehen. Dadurch das die Wände und Fugen aber innen einige hohle Stellen haben läuft mir das Zeug so weg . Was könnte ich dort als Alternative nutzen. Auf welcher Höhe sollte ich die Horizontalsperre einziehen . Mein ursprünglicher Gedanke war eine Steinreihe über Fubdament und in die oberste Steinreihe des Fundamentes. Allerdings ist das Niveau außen erdberührter Bereich hinten höher als an der Seite.

OKF wird ca 17cm über dem breiten Fundament sein. (Siehe Bilder)

Dann habe ich noch Probleme bei der Verbindung zwischen Bodenaufbau und Fundament.

Mein Plan ist den Aufbau so wie auf dem Foto zu gestalten. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob ich Magerbeton oder Sandkies als Sauberkeitsschicht verwende.

Der Aufbau über dem Gewölbekeller kann so nicht stattfinden, da er vom Niveau her höher liegt und ich dort nur die Bodenplatte durchgießen und anschließend Estrich drauf legen kann. Mehr Aufbau ist dort nicht möglich. Der Bereich über dem Keller war bis auf die Außenwände aber trocken.

Eine Frage habe ich auch noch zu den Fundamenten. Macht es sind diese zu sanieren? Die Fugen sind quasi kaum noch vorhanden. In der Küche war über dem Fundament an der Außenbahn eine Bitumenbahn draufgelegt. Diese war ziemlich nass und teilweise Rott. Im Fundament steht also auch ordentlich Feuchtigkeit. Hier war mein Plan. Fundament säubern, neu verputzen und dann eine mineralische dichtschlämme drauf .

Ich bearbeite damit aber nur den freigelehten oberen Bereich der Fundamente, da es noch ziemlich weit nach unten geht .

Wie würdet ihr in Bezug auf Horizontalsperre, Fundament und Bodenaufbau weiter vorgehen ? Ich hoffe dass ihr mir weiterhelfen könnt

Bilder innen


07.06.2022 Andreas1900

Hier noch ein paar Bilder

Blick Richtung Gewölbekeller


07.06.2022 Andreas1900

Hier sieht man den Gewölbekeller

Blick Richtung Esszimmer


07.06.2022 Andreas1900

Dort wo der alte Kamin war ( nicht mehr durchgängig) haben wir ein neues fundament gegossen und er wird neu aufgemauert (fungiert dann nachher auch als stütze für den tragenden balken)

.


08.06.2022 Andreas1900

Hat keiner eine Idee ?

Du


08.06.2022 Olaf Bernhardt

willst den neuen Schornstein als Deckenauflager nutzen?
Was soll dieser WU-Beton Unsinn

Bauernhaus-Sanierung



Statt Aufmauerung wäre ein Holzpfosten oder Stahlstütze zur Stabilisierung des Unterzuges viel einfacher.
Eine derart umfangreiche Sanierung sollte vor Ort beurteilt werden-
besser du gibst dazu deine Adresse und Kontaktmöglichkeiten im Profil an.

Gußasphalt ist per se wasserdicht und statt WU--Beton, der erst nach Jahren seine Ausgleichsfeuchtigkeit einnimmt kann viel einfacher normaler Beton mit aufgelegter Feuchtigkeitssperre verwendet werden.

Feuchtigkeit kann auch durch Salze, Kondensat u.ä. entstehen- nicht nur durch aufsteigende Feuchte- wie Feuchtigkeitsprobleme beseitigt werden können sollte auch vor Ort geurteilt werden, um evt sinnlose und aufwendige Arbeiten zu vermeiden.

Zuerst äußere Ursachen wie Fallrohrdefekte, Oberflächenwasser etc. ausschließen.

Aufbau


22.06.2022 Andreas

Sehr geehrter Herr Teich vielen Dank für die Antwort.

Ich habe die Säule dort wieder neu aufgemauert, da dort vorher auch ein Kamin war. Dieser stand allerdings mehr oder weniger in der Luft. Oben keine Verbindung zur Decke bzw zum tragenden Balken nur noch eine Sperrliche Verbindung und unten stand er mehr oder weniger in der Luft..... im feuchten Erdreich und es war in den unteren steinreihen keine Verbindung mehr . Also alles Lose. Nun haben wir ein neues fundament mit stahlbewährung und darüber einer 2 langen sperrbahn gezogen. Die Säule bleibt nachher als sichtmauerwerk und somit habe ich den Ursprung wieder hergestellt. Weiterhin gefällt es mir optisch ganz gut. Das Haus steht jetzt nach der Aufstockung des Daches schließlich schon schon ca 35 Jahre so .

Es ging mir aber auch nicht um die Säule sondern um den Fußbodenaufbau. Macht der Fußbodenaufbau so Sinn und was nehme ich als erstes für Materisl ?

Füllkies oder nur gesiebter Sand unter den XPS Platten .

Ich habe jetzt doch ca 10 cm die ich unter den XPS Platten noch verfallen muss .

Dann wäre der Aufbau wie folgt :

PP Filtervlies
10cm Sand glatt abgezogen
XPS Platten (werden diese einfach soverlegt?)
2 lagige PE Folie hochgezogen am Rand
15 cm Bodenplatte
Bitumenschweißbahn
5-6 cm Estrich
2 cm Holzdielen

Wäre der Aufbau so in Ordnung?

Bild Säule etc


22.06.2022 Andreas1900

Hier nochmal ein weiteres Bild . Wobei die Säule jetzt erst mal nicht das Thema ist