Holzständerwände eines Fertighauses energetisch & ökologisch sanieren


13.06.2022 Friso 2 182

Hallo liebe Community,

ich lese schon seit einigen Monaten kräftig hier im Forum mit. Viele meiner Fragen wurden bereits sehr gut beantwortet. Ich möchte euch kurz meine Situation erklären, sodass ihr ein klein wenig auf meine Frage vorbereitet seid.

Zu meiner Situation:

Ich habe ein Streif Fertighaus Bj. 74 gekauft und bin dabei, dieses seeehr umfangreich zu sanieren. Es ist bereits entkernt und nun soll der Wiederaufbau beginnen. Mein Ziel soll es sein, eine kosteneffiziente Sanierung in Eigenleistung, mit möglichst ökologischen Baustoffen darzustellen.

Mein bisheriger Außenwandaufbau sah so aus (innen nach außen):

- 18mm GK
- 90mm Geafache, mit Steinwolle ausgedämmt
- 10mm Spanplatte
- 40mm Styropor
- Kunststoffklinkerriemchen

Meinen zukünfigen Außenwandaufbau plane ich so (innen nach außen):

- Lehmputz
- 40mm Holzfaser-Putzträgerplatte mit Installationen
- Alukaschierte Dampfsperre
- 22 oder 25mm OSB
- 90mm Gefache mit Steico flex 036 ausgefacht
- 80x80mm Konterlattung von außen, mit Steico flex 036 ausgefacht
- 80-120mm Holzfaser-Putzträgerplatte (je nach Einbautiefe der künftigen Rollladenkästen)
- Putz/Endputz

Ich habe hier im Forum gelesen, dass dieses Schema mit der Konterlattung quer zu den Ständern besonders gut geeigent ist, um Wärmebrücken durch die Ständer zu verhindern. Im U-Wertrechner kann ich dies leider nicht berücksichtigen, da ich nur den Testzugang habe.

Wie steht Ihr dazu? Gibt es Verbesserungsvorschläge? Lässt sich meine geplante putzträgerplatte ausreichend auf der Konterlattung befestigen? Man ließt dazu in den bauaufsichtlichen Zulassungen immer nur sowas wie "muss auf den Ständern befestigt werden", nie ist die Rede von einem Aufbau wie meinem.

Die Meinungen zur Sanierung eines solchen Hauses wurde hier schon einige Male diskutiert, sodass ich darauf weitestgehend verzichten möcht.

Ich freue mich auf eure Rückmeldungen und Danke schonmal im Voraus.

Fertighaus sanieren



Bei Fertighäusern erst einmal Schadstoffemissionen und -Ursachen feststellen.

Dampfsperren mit zusätzlich derart dicken OSB-Platten sind äußerst fehlerträchtig, unwirtschaftlich und sinnlos.
Dünnere Platten genügen zur Aussteifung und können gleichzeitig die Dampfbremsfunktion und Luftdichtigkeit gewährleisten.

Wenn deutlich bessere Dämmung hergestellt werden soll ist Aufdoppelung und zB Dämmung mit Zellulose technisch und wirtschaftlich sinnvoll.

Sofern der Platz zur Verfügung steht sind hinterlüftete Fassadenkonstruktionen mit Platten- und/oder Holzverkleidungen technisch am zuverlässigsten und können eher selbst hergestellt werden..

Beim Wandaufbau zuerst Heizsystem planen und entsprechend berücksichtigen-
zB Verwendung von Wandheizungen.

Aufdoppeln


14.06.2022 Friso

Hallo Herr Teich,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Eine Schadstoffanalyse wurde in einzelnen Bereichen durchgeführt. So wurden bestimmte Materialien vor dem Ausbau auf Scahdstoffe geprüft. Man hat mich dahingehend beraten, von einer Raumluftanalyse erst einmal abzusehen, da das Haus schon länger nicht mehr bewohnt war und die Ergebnisse damit nicht aussagekräftig wären.

Sie meinen also bspw. 18mm ohne Dampfsperre wären auch ausreichend? Ich habe mal einen interessanten Artikel bei "dach-holzbau.de" gelesen. Dort wurde eine Dampfsperre im Zuge einer Sanierung aufgebracht um eine mögliche ausgasung von "Fertighausgerüchen" zu vermeiden. In meinem Fall gehe ich nicht davon aus, dass etwas von dem Geruch übrig bleiben wird, da sämtliche alten Spanplatten entfernt werden. Das Ständerwerk wurde übrigens mit Schadstoff-Ex behandelt, ebenfalls um Schadstoffe/Gerüche zu minimieren.
Den Punkt mir den OSB-Platten werde ich überdenken, wenn dünnere Platten auch funktionieren. Ein netter Nebeneffekt ist natürlich der wesentlich günstigere Preis, bzw. die Lieferzeit.

Zum Thema Aufdoppeln: Lässt sich die Aufdopplung so ausführen wie geplant? Die Putzträgerplatten müssten dann ja wieder quer zur Lattung verlaufen, also hochkant - lange Seite vertikal zur Hauswand. Oder mache ich da einen Denkfehler?

Ich hatte eine Firma vor Ort bzgl. Zellulose, da mir das Konzept ganz gut gefällt. Deren Erstes Angebot lag aber deutlich über dem Preis für die Dämmung mit Holzweichfaserplatten.

Gruß, Riso