Innendämmung Wohnzimmerwand


22.06.2022 TobiasMueller 6 390

Guten tag,

nachdem wir ein bisschen Pause in der Renovierung unseres Hauses eingelegt hatten, stehen nun die Arbeiten im Erdgeschoß an. Dazu gehört unter anderem eine Umgestaltung des Wohnzimmers.
Uns ist aufgefallen, dass eine Außenwand im Winter deutlich kühler ist als die übrigen. Das ist auch einfach erklärt, a diese eine Fachwerkwand zu unserer Einfahrt/Durchfahrt hin ist, die übrigen Wände sind dicke Natursteinwände.
Nun war unsere Idee diese Innenwand zu dämmen und dort zwei Wandheizkörper aufzuhängen. Allerdings ist uns nicht klar, wie diese Dämmung fachlich richtig auszuführen ist.
Derzeit ist die Wand verputzt, wahrscheinlich ein mineralischer Putz(siehe Bild 1). In der Durchfahrt ist das Fachwerk sichtbar (Bild 2) .
Wir sind für jede Hilfe dankbar, wir möchten bei der Dämmung keine Fehler machen und das Fachwerk beeinträchtigen.

Ein paar Fragen stellen sich mir spontan:
a) Muss der alte Putz ab?
b) Reicht es evtl. eine Holzkonstruktion vorzubauen, diese mit Dämmmaterial zu füllen und zu verkleiden
c) Heizungsbauer hat vorgeschlagen eine OSB-Verkleidung anzubringen, dort würden die HK halten. Bin ich etwas skeptisch bzgl. der Sperrwirkung.

Wie gesagt ich will hier nicht pfuschen, wir wollen noch länger was von dem Haus haben.

Vielen Dank für eure/ihre Antworten.

Bild Außen


22.06.2022 TobiasMueller

Da nur ein Bild ging hier das Bild der Außenwand aus der Durchfahrt

aus welchem Material ist die Gefachfüllung?


22.06.2022 Timbra

Moin.
Ist es richtig, dass die gesamte Wand in dem Bereich der Durchfahrt liegt und dadurch vor Witterung geschützt ist?
Wenn ja, wäre das schonmal sehr gut für euer Vorhaben.
Ich würde das weitere vorgehen von dem Material in den Gefachen abhänig machen.

Mal angenommen es wäre Lehm mit einem Kalkputz drauf, dann würde ich den alten Putz innen entfernen und die Wand mit Lehm gerade ziehen. Danach die Innendämmung mit Lehm an die Wand kleben, sodass keine Luft hinter den Platten ist und das ganze wieder mit Lehm verputzen.

Was für Heizkörper sollen denn an die Wand kommen?
Wenn es wasserführende sind, könntet ihr doch auch direkt eine Wandheizung verbauen.

Gruß
Timbra

Untergrund für Innendämmung



@ Timbra: Sorry wenn ich dir etwas widerspreche. ;-)

@ Tobias: Wenn innen ein intakter, tragfähiger Kalkputz ist, und der ist eben genug um Dämmplatten ankleben zu können, kann man den lassen. Es muss nur sicher sein dass es ein reiner Kalkputz ist (kein Kalkzement-, vor allem kein Gips- oder Kalkgipsputz). Kritisch sind die Anstriche darauf. Wenn die Farbe "sperrend" ist, muss sie runter, wenn es eine fest sitzende Kalk- oder Silikatfarbe ist, sind die diffusionsoffen genug und können auch bleiben, Wenn man unsicher ist sollte man sie abfräsen.

Wie der genaue Ablauf zum Bau einer Innendämmung ist, findest du in den Arbeitsanleitungen der renommierten Hersteller. Oder mittels Suchfunktion in diesem Forum.
Vom Bau einer Vorwand mit hinterfülltem Dämmmaterial rate ich ab. Es kann gut gehen, geht aber auch sehr oft in die Hose! Ein Fachwerk kann auch zu viel gedämmt werden, was zur Folge hat dass es zu lange feucht bleibt und das Holz, bzw. alle organischen Bestandteile verrotten. Auch dazu findest du jede Menge Beiträge in diesem Forum.

Im Übrigen hat Timbra völlig recht, wenn schon eine Renovierung ansteht, würde ich auch gleich eine Wandflächenheizung installieren. Ein Ende von Öl-, Gas- und auch Pelletheizungen ist abzusehen, dann bleiben nur noch Niedertemperatursysteme. Die wiederum mit Heizkörper nur völlig unwirtschaftlich betrieben werden können.

Gruß,
KH

Ergänzungen und Heizung


23.06.2022 TobiasMueller

Danke erstmal für die Antworten.

Die Außenwand ist durch die Durchfahrt tatsächlich wettergeschützt, da kommt kein Schlagregen etc. dagegen. Darüber sind unser Schlafzimmer und Garderobe.
Den Wandaufbau kenne ich (noch) nicht. Andere Fachwerk-Außenwände, die schon einmal geöffnet waren, waren aber Lehm-Gefache. Innenwände waren teilweise mit Ziegelsteinen ausgebessert.
Bzgl. der Wandheizung: Hatte ich auch schon einmal angedacht. Wir haben das Haus vor 6 Jahren gekauft und kurz davor ist eine neue Gasbrennwert-Therme eingebaut worden. Im Laufe der bisherigen Renovierung haben wir daher nur Heizkörper erneuert bzw. ergänzt. Und da wir derzeit keine praktikable Alternative (trotz der hohen Preise) sehen, sollten es wieder HKs werden. Und dafür brauchen wir eben eine entsprechend tragfähige Wand.

Gasbrennwert-Therme und Wandheizung



Im Gegensatz zu einer Fußbodenheizung kann man eine Wandflächenheizung durchaus ohne zusätzlichen Mischer an einer Gasbrennwert-Therme betreiben. D. h., eine Wandheizung in Lehmputz hält die höhere Vorlauftemperatur für Heizkörper aus, ohne das der Putz Schaden nimmt. Um die WHZ trotzdem sinnvoll zu temperieren kann mein statt einem "normalen" Thermostatventil einen Rücklauftemperaturbegrenzer einbauen. Der drosselt die Durchflussmenge soweit runter dass die Wand nicht auf die volle VL aufgeheizt wird.
D. h., man kann durchaus ein Haus Zimmer für Zimmer von HK auf WHZ umrüsten, ohne die komplette Heizungsverrohrung im Haus am Stück/im Ganzen austauschen zu müssen.
Siehe z. B. :https://www.oventrop.com/Pools/Files/brochures/de/Unibox_de_2021_03_web_75d6e009-baba-42bf-9a4e-55b77bc30ddb.pdf

Gruß,
KH

Erster Termin mit Handwerksbetrieb


08.07.2022 TobiasMueller

Hallo,

danke nochmals für die Anregungen. Wir würden im Moment doch gerne bei der Lösung mit den Wand-HK bleiben, das zunächst vorausgeschickt.

Desweiteren hatte ich einen ersten Termin mit einem Handwerksbetrieb. wir haben das Thema der Innendämmung gesprochen. Ich weiß immer noch nicht 100%ig welcher Putz derzeit auf der Wand ist, beim Termin wurde der Putz mit einem Messer aufgebrochen. er ist auf jeden Fall weiß, recht weich (also wohl kein Kalk-Zementputz). Der Mann meinte das wäre normaler Haftputz, wahrscheinlich Gipsputz.
Sein Vorschlag für eine Innendämmung war vor die bestehende Wand (inkl Putz.) eine 80 mm Wand aus "Multipor" zu errichten und diese mittels dem dazugehörigen Mörtel mit der jetzigen Putzschicht zu verbinden. Darauf dann wieder einen Innenputz, die HK könnten dann seiner Aussage nach mittels entsprechenden Dübeln in der Außenwand (nicht der neuen Dämmschicht) befestigt werden.

Damit habe ich jetzt einige Probleme. Auch wenn das nach seiner Aussage keine Probleme mit sich bringen würde (hat er schon so gemacht, Multipor, wohl eine Mischung aus Kalk, Zement, Sand, wäre sehr diffusionsoffen und speziell für Innendämmung), mache ich mir doch große Gedanken bzgl. des Belassen des Status Quo (sprich der vorhandene Putz). Soweit ich hier im Forum gelesen habe, könnte mit der Gipsputz unter der Dämmung verfaulen und dann entsprechend auch das Fachwerk in Mitleidenschaft gezogen werden, was ich natürlich vermeiden will.

Nun habe ich bei Xellat, dem Hersteller von Multipor, gesehen, dass es auch Multipor Lehmplatten gibt.
Wäre es denn möglich, die Innendämmung folgendermaßen auszuführen:

- Entfernen des alten (Gips?) Putzes
- Lückenloses Anbringen von Multipor Lehm mit dem dazugehörigen Lehm-Mörtel
- Innenputz auf ??-Basis

Dabei würde sich allerdings noch die Frage stellen a) wie dick sollte die Dämmung gewählt werden und b) wie können die HK befestigt werden?

Ich würde mich über die Meinung der Experten freuen.
Es stehen noch zwei weitere Termin mit anderen Betrieben an, ich bin gespannt was dort vorgeschlagen wird...