Wasserablauf vom Schwellbalken


31.07.2022 DMIN 2 270

Frage an die Fachkundigen: Mein Fachwekhaus (Bj. 1789) steht auf einem Feldsteinfundament (ca. 50 cm über dem Erdboden).
Der Schwellbalken liegt direkt auf den Steinfundament. Das Problem was ich sehe, der Schwellbalken liegt mittig auf dem Fundament. Die Steinkante steht so 4 - 6 cm vor.
Die Frage ist nun, wie ist die Kante zu gestalten, damit das Regenwasser von der Fassade ablaufen kann ohne unter den Schweller zu laufen. Siehe Skizze
Ich hatte vor mit Trasskalkmörtel einen Schrägfuge anzusetzen. Die Frage ist nun wird das dicht?
Im alten Zustand war das mit Zementmörtel und irgend welchen dicken Farben geschehen. War natürlich nicht dicht und die Eiche vom Zementmörtel angegriffen.
Das habe ich jetzt alles entfernt und gereinigt.
Was wäre nach Euren Erfahrungen am besten zu machen?
Ich bin gespannt auf Eure Tipps.

Vorstehende Sockelkante abschrägen



"Ich hatte vor mit Trasskalkmörtel einen Schrägfuge anzusetzen. Die Frage ist nun wird das dicht?"
Was verstehst du unter "anzusetzen" ?
Meinst du damit "vor die Schwelle setzen"?
Wenn ja, dann ist de Antwort auf "Die Frage ist nun wird das dicht?"
Nein! Nicht mal kurzfristig und auf Dauer schon gar nicht.

So ist es richtig: https://community.fachwerk.de/upload/opti/1920/fantastisches-lehmausfachungen-stampflehmboden-i27309_20211169651.jpg

Beachte auf dem Foto die Details, die Abschrägung geht bis 1 - 2 cm UNTER die Schwelle., damit an der Fassade runter laufendes Wasser abtropfen kann.

Die Horizontalsperre unter der Schwelle fehlt in deiner Zeichnung, wurde aber in einem deiner früheren Beiträge auch schon besprochen: https://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/300065$.cfm
Vergiß sie bitte nicht!

Gruß,
KH

Antwort zu Tipps von KH


04.08.2022 DMIN

Danke für Deine Antwort. Die Sockelkante besteht aus sehr großen grob behauenen Feldsteinen, die bestehen allesamt aus Granit. Diese Steine lassen sich kaum bearbeiten und wenn dann nur mit riesigem Aufwand. Früher gab es hier in den Dörfern einen Steinhauer, der die in den Feldern massenhaft vorkommenden Findlinge, von riesig bis klein, für die Fundamente der Bauernhäuser und Stallungen zurichtete. Klar ist es muß vermieden werden, dass das Tropfwasser unter den Schwellbalken läuft. Auf der Abbildung ist ein Ausschnitt von der Innenwand des Hauses zu sehen. Der Teil, der durch die zum Haus gehörende Durchfahrt vollkommen geschützt ist. Auch hier liegt der Schwellbalken hinter der Kante des Feldsteinfundamentes. So sah früher offenbar auch das gesamte Hausfundament aus. Das Regenwasser konnte also vom Schwellbalken abtropfen und lief dann zwischen den Feldsteinfugen ab. Nur als man so nach 1950 diese „Tropfkante“ mit einem Zementmörtel zumachte und später dann auch noch mit Farbe (inklusive des Eichenfachwerks) zumachte, konnte das Regenwasser den Schwellbalken angreifen. Das bedeutet dann wohl diesen alten Zustand wieder herzustellen ist die praktikabelste Lösung?