Randdämmstreifen wirklich abdichten?


03.08.2022 blingbling 7 295

Hallo Baugemeinde,

ich weiß, dass das Thema Randdämmstreifen schon hoch und runter behandelt wurde. Leider konnte ich speziell auf meine Fragestellung nichts finden. Kurz zum Stand.

- Altbau, in 70er mal was saniert?
- es handelt sich um einen Raum im EG, nicht unterkellert, einseitig ca. 1m im Erdreich
- Raumnutzung: Technik/Heizraum mit Pufferspeichern!
- Bruchstein-Wände teilweise! mit Sperre, teilweise betoniert, teilweise Ziegel
- Fußboden habe ich bis auf Lehmschicht entfernt, Mauern unterfangen etc.
- neuer Aufbau: Fließ-Schaumglasschotter-Estrichfolie-20cm Estrich inkl. Armierung für Puffer

Den Estrich möchte ich gern mit Lithium-Wasserglas imprägnieren. Ich habe mich bewusst für keine komplette Abdichtung des Bodens entschieden, da dies "nur" ein Heizraum wird. Stauende Nässe konnte ich während Bau und davor nicht beobachten, daher kann gern die Bodenfeuchte weg diffundieren, sofern der Estrich dies zulässt.

Ich möchter gern für den Fall der Fälle, dass doch mal die Heizung leckt, die Sicherheit haben, dass nicht alles in/unter den Estrich sickert, daher das Wasserglas. Abtrocknen könnte es durch die Diffusionsoffenheit theoretisch auch wieder. Eine versiegelte Wanne wollte ich bewusst nicht. Ablauf ist im Nachbarraum, welcher tiefer liegt und größere Mengen abtransportieren kann.


Nun zum Thema. Der Estrichbauer hat einen Randdämmstreifen verlegt, was in dem Fall Vor- und Nachteile mit sich zieht. Wie bekomme ich diesen Bereich einigermaßen abgedichtet bzw. zum Knackpunkt, wenn es doch zum Wassereintritt kommen sollte, wie legt sich diese Fuge wieder trocken?

Gibt es eine Möglichkeit, diese Stelle abzudichten, ohne die Möglichkeit der Austrocknung zu blockieren. Silikon, 2K, Dichtbänder scheinen alle nicht sehr sinnvoll in diesem Falle. Ich dachte spontan an eine Hanfschnur, die bei Wasserkontakt aufquillt, aber natürlich auch zudreckt.

Oder sich vom schwimmenden estrich verabschieden und die Fuge fest verschließen? Schall wäre egal. Nur die Spannungsrisse sind halt unvorhersehbar.

Ich suche nicht die eierlegende Wollmilchsau, außer eine kennt sie;) Einen Tod werd ich wohl sterben müssen.

Besten Dank

auf gut deutsch gesagt hast du ...


03.08.2022 Thommes

jetzt eine beton-bodenplatte....

mit estrich ist das für mich immer etwas verwirrend...

ich hab auf den Randdämmstreifen verzichtet....hab den beton bis zum stein laufen lassen...
zum einen ist der beton im einbauzustand am größten ( während der trochnung schrumpft er ja minimal )
zum anderen herrscht im keller ja halbwegs gleiche klimazustände...
mir war die abdichtung zum stein wichtiger.

ich weis nicht ob bei dir durch 20cm "estrich" noch feuchtigkeit hindurch diffundiert....glaube eher weniger.
wobei 20cm auch etwas überdimensioniert ist...
bei mir im pelletlagerraum habe ich im boden ca. 10-12cm beton...2lagig armiert.....auch overkill

zurück zum thema rand...ich würd den streifen herausziehen und den spalt schliessen.
hätte bedenken das das dann so ne gammelfuge wird.

mit was du sie verschließt kommt drauf an was in der praxis umsetzbar ist.


wobei es aber dahingehend bestimmt zig meinungen gibt

gruß

Danke


04.08.2022 blingbling

für deine Antwort.
Die Bodenplatte ist somit nen ganz schöner Hammer. Da aber 1700l Puffer rauf kommen, hat der Statiker das so vorgegeben.
Was wäre mit Kalkestrich als Verfüllung. Dürfte ja etwas "elastischer/offener" sein. Am Ende hast du aber Recht und ich kann drauf verzichten.

Das stimmt so nicht



Sorry Thommes, wenn ich dir widerspreche, aber was du schreibst ist ein Trugschluss.
Die Fuge einer an ein Mauerwerk angegossenen Betonplatten wird niemals dauerhaft dicht bleiben. Den ersten Grund hast du selbst geschrieben: Die Platte schrumpft während des Abbindeprozesses, der zweite ist die thermische Ausdehnung, der dritte ist, dass Platte und Mauerwerk nicht kraftschlüssig verbunden sind (Zug- und Scherkräfte) und somit sich die beiden Bauteile unterschiedlich "bewegen". Mindestens einen feinen Haarriss wird es immer geben, mal früher, mal später.
Umgekehrt kann eine Betonplatte ab einer gewissen Größe durch die thermische Ausdehnung auch die umfassenden Wände auseinander drücken!

Eine einfache Lösung für das angefragte Problem wäre, den Randdämmstreifen als Füllstoff ca. 1 cm tief in die Randfuge runter zu drücken und darauf eine Acrylfuge auszubilden, die bessere, weil garantiert dauerhaft dichte Lösung wäre, Abdichtungsstreifen, wie sie von den Fliesenleger in Bäder verwendet werden, in den Boden-Wand-Winkel zu kleben. Der Nachteil dabei ist, dass der Kleber und das Dichtband ein paar Millimeter auftragen und gegen mechanische Einflüsse geschützt werden müssten.

Gruß,
KH

Deswegen hab ich ja geschrieben....


04.08.2022 Thommes

Das da jeder seine eigene Meinung dazu hat...
Ich hab fertigbeton in wu-qualität genommen...der schrumpft nur minimalst.
Trotzdem sind winzig kleine haarisse an der kante zur sandstein entstanden..die deckt der putz jetzt ab..
Das is halt nunmal so..
Wasserdicht muss mein Keller auch nicht werden...ist ja kein u-boot.

Wie schon gesagt...frag 5 Leute....bekommst 8 Meinungen.


Gruß
Thomas

Deswegen hab ich ja geschrieben....


04.08.2022 Thommes

Das da jeder seine eigene Meinung dazu hat...
Ich hab fertigbeton in wu-qualität genommen...der schrumpft nur minimalst.
Trotzdem sind winzig kleine haarisse an der kante zur sandstein entstanden..die deckt der putz jetzt ab..
Das is halt nunmal so..
Wasserdicht muss mein Keller auch nicht werden...ist ja kein u-boot.

Wie schon gesagt...frag 5 Leute....bekommst 8 Meinungen.


Gruß
Thomas

Re: Deswegen hab ich ja geschrieben....



"Trotzdem sind winzig kleine haarisse an der kante zur sandstein entstanden..die deckt der putz jetzt ab.."
Das ist genau das was ich meinte.
In deinem Fall ist ja auch kein Problem, kann man durchaus so machen, nur, der TE hätte den Boden, bzw. die Anschlüsse halt gerne wirklich dicht. Da ist dann eine andere Vorgehensweise angesagt.

Nix für ungut!

Gruß,
KH

Vielen Dank


05.08.2022 blingbling

für eure Kommentare und die Diskussion.
Wichtig wäre mir, dass v.a. evtl. feuchte den Boden auch wieder verlassen könnte. Mit kleinen Haarrissen würde ich denke zurecht kommen. Auch das Wasserglas kleinere Risse ausfüllen sollte. Das wird wohl eher ein Experiment, aber ist ja auch nur ein "doppelter Boden" als Sicherheit, im Falle eines Falles mal was auslaufen sollte.
Die Variante mit dem Gewebeband habe ich auch gesehen, würde auch super passen, nur möchte ich den Estrich danach (optisch) unbehandelt lassen.
Was haltet ihr von der Idee, statt Zementestrich in die Fuge zu füllen, dann einen Kalkanteil mit einzubringen (Kalkestrich, aber mit Zementanteil!). Dieser dürfte etwas flexibler sein, oder ist das zu vernachlässigen. Nachteil wäre wohl, dass er zum Aushärten ja CO2 benötigt und ich nicht weiß, ob mit Lithiumwasserglas behandelt, dieser diesen auch aus der Luft bekommen kann. Wasserglas wird zwar als diffusionsoffen bezeichnet, aber ob dies genügt!? Leider finde ich nichts dazu.

Besten Dank