Fußbodenaufbau mit Trockenestrich auf OSB


31.08.2022 Max 12 423

Lieben Forengemeinde,

ich saniere derzeit meine Holzbalkendecke. Vorher lag Laminat auf Spanplatte (22mm) auf Dielenboden (24mm). Die Dielen waren hin und mussten runter.

Nun möchte ich etwas für die Akustik (Schalldämmung) tun.
Als Aufbauhöhe habe ich maximal 60mm zur Verfügung. Verlegt werden soll wieder Laminat (bereits vorhanden).

Um den Schall zu mindern, möchte ich 20 mm Trockenestrich auf einer Holzfaser Trennlage 5 mm verlegen.
Als Rohdecke habe ich die "Plattenbalken für Arme" von Georg Böttcher von 2 x 15 mm auf 2 x 12 mm abgewandelt, um genug Platz in der Höhe zu haben.

Daten zum Raum:

* Raumlänge 4,5 m
* Außenwände massiv 36cm, Innenwände Fachwerk
* Holzbalken 10x20 cm, ca. 65-70 cm Achsabstand, Bohlen (4x20 cm) seitlich angelascht zum Höhenausgleich (Achabstand dadurch geringer, ca. 60 cm Raum nun zwischen den Balken)
* Einschub (Gehwegplatten, Sand) wird noch eingebracht
* Fehlboden
* Rieselschutzvlies

Die Decke im Raum darunter soll abgehängt werden (Trockenbau), freitragend entkoppelt mit Tragschienen an der Wand.

Mein derzeitiger Plan mit 59 mm Aufbauhöhe:
* Laminat 8 mm
* Trittschallfolie 2 mm
* Trockenestrich 20 mm
* Holzfaserdämmplatte Steico Underfloor 5 mm
* OSB 12 mm zweilagig versetzt verlegt, verschraubt und verleimt

Fragen:
* Bringt OSB 2 x 12 mm etwas, oder sollte ich hier einfach auf 1 x 22 mm oder 1 x 25 mm OSB gehen
* Reicht eventuell auch eine 10 mm Fermacellplatte als Trockenestrich aus?
* Bringt der Trockenestrich schallmäßig überhaupt etwas?
* Wie wirkt sich die Dicke der Holzfaser Trennlage unter dem Trockenestrich aus? Sollte ich lieber auf 1 cm (anstatt 5 mm) gehen?

Danke und viele Grüße,
Max

wenn ich mir das Bild betrachte...


31.08.2022 Thommes

würde ich an deiner stelle eine Lage 25mm Osb nehmen....N+F verleimen und auf den Balken verschrauben (Vollgewindeschrauben)
darauf kannst du die Holzfaserplatten legen (4mm is zwar recht wenig...aber besser als nix)
darauf dein Trockenestrich.

ich habe fast genau den gleichen Aufbau..25mm OSB darauf Fermacell Elemente mit Werksseitig10mm Holzfaser .

vergiss deine variante mit 10mm Fermacell......

gruß

Tragender Einschub für mehr Dämmung?


31.08.2022 Max

Hallo Thommes,

danke für deinen Aufbau! Bist du damit zufrieden?

Alternativ könnte ich noch einen tragenden Einschub realisieren, den ich mit einer dünnen (15 mm?) Lage OSB auf den Balken verleime und verschraube. Dadurch könnte die Lage OSB auf den Balken niedriger ausfallen und ich hätte mehr Platz für eine dickere Holzfaserdämmplatte.

lass das....


31.08.2022 Thommes

die Schüttung setzt sich dann ggf...und schon liegt die osb hohl...
die 15mm osb kann nicht sonderlich viel.

du willst mit der osb eine versteifung der balkenlage erreichen...
da brauchts schon eine gewisse stärke.

ich bin mit meinem aufbau sehr zufrieden.....

gruß

Lass dir die Decke nicht auf den Kopf fallen ;-)



Vorweg:
Ausgehend von, wie du schreibst, 4,50 m lichter Weite der alten Deckenbalken und einem Achsabstand von ca. 66 cm, war die Balkendimension 10/20 auf eine
maximale Gesamtdeckenlast, bei Durchbiegung =< L:300, von „300 kg/qm“ bemessen!
D.h. bei einer „Nutzlast“ von 200 kg/qm darf die Deckenkonstruktion selbst nicht mehr als 100 kg/qm wiegen, sonst überbeanspruchst du die Deckenbalken in ihrer Statik!
Nicht umsonst darf laut Handwerksordnung nur ein Fachmann
„mit Meisterabschluss“ tragende Elemente im Hausbau errichten.
Schließlich besteht Lebensgefahr, sollte ein Deckenbalken wegen Überlastung zu Bruch gehen!
Eigentlich ist nicht anzunehmen, dass die alte Decke eine echte Einschubdecke mit Holzstaaken und entsprechen schwerer Füllung war, weil die ca. 200 kg/qm
gebracht hätte, also das Doppelte an Gewicht als den Balken zumutbar ist.
Eher anzunehmen ist, weil aus deinem Foto nicht ersichtlich und aus statischer Sicht, dass es ursprünglich eine Balkendecke mit einfacher Dielung (100 kg/qm) war. Die Balken und Dielen waren dann von unten sichtbar.
Und später wurde dann, weil man wie die Städter leben wollte, ein Plafond unter die Balken angebracht, Strohmatten drauf, Putz und „nobler“ weißer Kalkanstrich.
Jetzt war's schick, aber die Statik wurde damit schon erheblich zusätzlich belastet. Kein Beinbruch, weil „Statik ist, was trotzdem hält“
Sowas haben die alten Zimmerermeister bereits bei ihrer Bemessung der Deckenbalken berücksichtigt.
Die Bemessung von Deckenbalken bis 6 Meter Länge für sogenannte „Kleinhäuser“ erfolgte nicht etwa nach statischer Berechnung, wie das heute gesetzlich vorgeschrieben ist, vielmehr laut Erfahrung des Zimmerermeisters und im besten Fall nach Tabelle, die auch nur auf Erfahrungswerten aufgebaut war.

Jetzt zu deinem Vorhaben:
22 er Holzdielen mit 22 er OSB austauschen kannst du "gewichtsmäßig" natürlich problemlos.
Dann willst du aber 10 mm Fermacell + Faserdämmplatte + Laminat aufbringen, das macht schon ca. 25 Kg zusätzlich Deckengewicht aus.
Zusätzlich ‚Einschub‘ wie du schreibst, mit Gehwegplatten, "Sand“!
Schon die Gehwegplatten mit normalen 5 cm Dicke wiegen bereits „120 Kg/qm“!
Das wären dann also schon „45 kg zu viel für deine Deckenbalken“ und dann noch Sand?
Der klassische Deckeneinschub auf Holzstaaken wurde in der halben Balkenhöhe, also der statisch „neutralen“ Zone des Tragbalkens eingebracht, das hat absolut nichts mit deiner geplanten Konstruktion gemeinsam!
Erläuterung, weil fachspezifisch, wäre hier zu weit gegriffen.
Wenn ich dein Foto richtig deute, willst du aber das von dir „Einschub“ genannte, zusätzliche Deckengewicht auf unterseitig der Balken angeschraubte Bretter bringen?
Das ist aber gerade „kein Einschub“ in deine Deckenbalken, vielmehr eine „Auflast“ auf die Verbretterung der Balkenunterseite!

Das hieße „120 Kg/qm“ Gehwegplatten und, wie du vorhast, ZUSÄTZLICH Sand belasten lediglich die BEFESTIGUNG (Nägel oder Schrauben) der Bretter auf der Unterseite deiner Deckenbalken !
Ich würde im Raum darunter wirklich nicht wohnen wollen, es könnte im schlimmsten Fall mal einfach alles runter kommen!
> Welche Dimension haben die Untersichtbretter?

Zusätzliche Deckenlasten über die Verstärkung der alten Balken auffangen...



kannst du natürlich, wenn du deine beigelaschten Bretter, nenne sie gerne auch Bohlen, "kraftschlüssig" mit den Deckenbalken verbindest.
Du schreibst: "Balkendimension 10/20 und Bohlen 4/20".
Dem Foto lässt sich entnehmen, dass die Beilaschungen 4/20 ca. 2 cm höher als die Deckenbalken sind.
D.h. also diese Bretter "sitzen" auf der Deckenunterschalung, wenn auch die optische Wahrnehmung nicht täuscht.
Da ich auf deinem Foto nur zwei Schrauben erkennen kann, wäre das aber eher eine zusätzliche Belastung für die untergeschraubte/genagelte Verbretterung, als eine statisch wirksame "Balkenverstärkung"!
Nur wenn du die Beilaschungen und Deckenbalken mit Gewindestangen D=>14 mm, großen Beilagscheiben und selbstsichernden Muttern alle 50 cm verschraubst, werden die Laschen auch als statisch wirksame Verstärkung der Deckenbalken wirksam.
Welche zusätzlichen Lasten "genau" dann möglich wären, möchte ich hier nicht als allgemein gültig veröffentlichen, weil das eine statische Berechnung der jeweils spezifischen Situation voraussetzt.
Frage dazu einen Statiker oder Zimmerermeister in deinem Umfeld!
Ein paar hundert Euro für diese Berechnung, die der Ersteller 32 Jahre verantworten muss, sollten dir aber nicht zu viel sein, wenn es darum geht, dass deine Decke niemandem wegen Überlastung auf den Kopf fällt!
Vernachlässige die Möglichkeit eines plötzlichen Bruchs auch nur eines Deckenbalken ohne akustische Voranmeldung nicht.
Auch nur ein Ast quer zum Deckenbalken, der bis dato die vorhanden Lasten gerade noch mitgemacht hat, kann schon durch 20/30 kg zusätzliche Eigenlast der Decke zum plötzlichen Bruch führen!

Wir haben einen ähnlichen Aufbau


02.09.2022 Pikaf

umgesetzt und den Statiker die Belastbarkeit der Decke vorher ausrechnen lassen. Bei uns waren das 115kg/qm bei 4m Raumlänge, die in den Bodenaufbau investiert werden konnten.
Wir haben den Hohlraum zwischen alter Lattendecke und Fehlboden mit Holzfaserdämmung aufgefüllt, neue Fehlbretter mit einem Papier als Rieselschutz und pro Meter Länge einen Backstein eingelegt. Mit 2cm Blähton und ca 8cm Perlite (Isoself) aufgefüllt. Darauf 22mm OSB und als nächtes kommt 2mm Kork und die 20mm Trockenestrich inkl. FBH. Diese wird lediglich verspachtelt. Darauf kommt bei uns die neue Dielung schwimmend geklammert. Bei euch dann Holzfaser und Laminat.

Kork dämpft besser als Holzfaser, damit könntest du ein paar Milimeter einsparen, wenn du das möchtest.

Auch nur ein Ast quer zum Deckenbalken, (Traglastbedenken = keine Hysterie)



kann nach Jahrzehnten den unangemeldeten, plötzlichen Balkenbruch zur Folge haben (siehe Foto)!
Bei einer Decke (Einschubdecke, ca. 150 Jahre alt) hatte ich immer wieder das Gefühl, dass sie beim Begehen an einer Stelle eigenartig weich war.
Also Decke erst mal im Umfeld unterhalb geöffnet und siehe da, ... !
Bereits die ursprüngliche Decke war gewissenlos unfachmännisch erstellt worden.
Ich denke, da ist jeder weitere Kommentar überflüssig.
Also Vorsicht bei auffällig, vermeintlich "schwingenden" Decken, vielleicht sind sie ja auch nur "weich" wegen eines bereits gebrochenen Balkens!
"Schwingend" und "Weich" haben unterschiedliche Gründe!
Alleine aus diesem Grund ist bei weiteren Zusatzlasten auf alte Holzbalkendecken bei deren Sanierung, wenn der Balkenzustand "insgesamt nicht eindeutig geprüft wurde, UNBEDINGT VORSICHT GEBOTEN !
LEBENSGEFAHR !

bla


03.09.2022 Michael Steinig

bla

mein Beitrag bla-bla



ist der letzte von zig vergeblichen Versuche mich einzuloggen!
Mit diesem Versuch gelang es wirklich.
Fatalerweise lässt er sich aber nicht mehr löschen!
Man verzeihe mir bitte!

Der neue Aufbau


05.09.2022 Max

entspricht dem, was ich vor Montage der Seitenlaschen vorgefunden habe.
Als Fehlboden waren dünne Schwartebretter auf sehr dünnen Leisten zwischen den Balken verbaut. Teilweise gebrochen.
An der Unterseite der Balken waren Pliesterlatten verputzt. Der Putz war aber mitterweile sehr schlecht und locker, da sich die Balken stark durchbiegen.

Zwischen den angelaschten Bohlen habe ich Dachlatten (24 x 48 mm) montiert, darauf dann die alten Dielen als Fehlboden. Der Fehlboden ist jetzt deutlich stabiler als vorher.
Die Seitenlaschen sind mit den Balken verschraubt, zur Berechnung der Schrauben habe ich eine Holzkonstruktionssoftware genutzt.

Ich werde die Gehwegplatten nicht vollflächig verlegen (wegen den hohen Gewicht), aber etwas Masse brauche ich schon. Der Sand wird den Freiraum zwischen den Platten ausfüllen. Den Rest bist zur Unterkante Rohfußboden werde ich eventuell mit Holzfaserdämmung füllen. Oder leer lassen, da bin ich mir noch nicht sicher.

Danke für deinen Input, Michael! Ich habe jetzt noch zusätzlich Gewindestangen mit dicken Scheiben (DIN 440) alle 50cm eingebracht, fürs gute Gewisssen.

Ich habe mich mittlerweile entschieden, den Trockenestrich wegzulassen, hauptsächlich wegen der Höhe und des Aufwands.. Stattdessen baue ich einen "Plattenbalken für Arme" als Böttcher mit 2x OSB versetzt verschraubt und verleimt. Das hat den Vorteil, dass ich näher an der Ursprungshöhe bin.

Unverzichtbar, wenn Du die Tragfähigkei der Deckenbalken



erhöhen willst!
"Ich habe jetzt noch zusätzlich Gewindestangen mit dicken Scheiben (DIN 440) alle 50cm eingebracht, fürs gute Gewisssen."
Nicht für's bloße "gute Gewissen"!
Für die Sicherheit von Dir, den Mitbewohnern und Gästen war das eine gute Maßnahme!

Eine Frage


19.09.2022 Dirk

@Michael Steinig
Welchen statischen Sinn macht es, in einen Balken alle 50 cm ein Loch zu bohren? Wenn der Balken durch Feuchtigkeitsschwankungen schwindet, liegt die Last punktuell auf den Gewindestangen eines durch Löcher geschwächten Balkens, der durch die Belastung auch noch schwingt. Ein größerer durchgehender Ast in den Nähe der Gewindestange bei Resonanzfrequenz der Schwingungen und ihr könnt eure statische Berechnung in die Tonne treten. Diese Art der Befestigung funtioniert nur, wenn der Druck zwischen beiden Hölzern durch die Gewindestangen gleichbleibend so groß ist, dass die dadurch entstehende Reibung die Verbindung stabil macht. Nicht der Niet hält die Stahlbrücke zusammen, sondern die Kraft mit der er auf beide Teile drückt.
Schleift den Balken glatt und verleimt die seitliche Versteifung vollflächig. Die Klebefläche hält mehr als das Holz. Deshalb funktioniert Leimholz.