lehmwand 1. Etage feucht


09.09.2022 Ma 6 230

Hallo!
Wir sanieren seit mehreren Jahren in Eigenleistung unser Fachwerkhaus von ca 1900. Die Gefache sind mit Lehmsteinen gefüllt, mit Holzfaser von innen isoliert und anschließend mit Lehm verputzt.
Nun unser Problem: in der ersten Etage hat sich in einem Zimmer an den Außenwänden im oberen Bereich und bei den Fensterleibungen Feuchtigkeit gebildet. Die Decke ist mit Steinwolle/Rigips isoliert (ohne Dampfsperre), auf dem Dachboden ist Stampflehm, auf welchen wir Blähton zu Isolierung aufgebracht haben. Der Dachboden ist belüftet. Wir können uns nicht erklären, warum die Wände feucht werden. Fehlt die Dampfsperre in der Decke? Liegt es an kleineren Ritzen zwischen Decke und Aussenwand, welche nicht mehr mit Lehm verfüllt sind? Ist die Isolierung mit Holzfaser nicht richtig befestigt (also evtl. Hohlräume zwischen Außenwand und Holzfasermatten?) Wir sind da recht ratlos, wollen auch nicht auf gut Glück irgendwas aufreißen, was wir gerade erst fertig gestellt haben. Es wäre super, wenn wir hier ein paar hilfreiche Gedanken von euch kriegen könnten. Gerne kommt auch noch ein Foto. Danke

Fragen über Fragen



"...in der ersten Etage hat sich in einem Zimmer an den Außenwänden im oberen Bereich und bei den Fensterleibungen Feuchtigkeit gebildet."
Was heißt "an den Außenwänden im oberen Bereich"? An allen Außenwänden des Zimmers? Über deren volle Länge? Ab und bis zu welcher Höhe?
Was heißt " bei den Fensterleibungen"? Darunter? Darüber? IN den Leibungen? Auf den Wandflächen um die Leibungen herum?
Seit wann sind die Feuchteflecken zu sehen?
Kannst du diese Aussage bitte genauer definieren? Am Besten mit aussagekräftigen Fotos, gerne auch mehrere.
Ist das Fachwerk von außen holzsichtig oder vollflächig zu?
Wie sind die Fensterleibungen außen? Mit Blendrahmen verkleidet?
Kann es sein das von außen Wasser eindringt?
Liegen wasserführende Rohre in den Wänden, die undicht sein könnten?
Wie ist der genaue Wandaufbau der betroffenen Wände? Beschreibe bitte jede einzelne Schicht von außen nach innen, oder umgekehrt.

Deine weiteren Infos sind schon mal nicht schlecht/brauchbar, aber zu wenig um die Ursache abschätzen zu können.

"Fehlt die Dampfsperre in der Decke?" An einer fehlenden Dampfsperre in der Decke liegts wohl eher nicht, Wenn die Decke von oben gedämmt ist, kann da kein Kondensat entstehen.

"Liegt es an kleineren Ritzen zwischen Decke und Aussenwand, welche nicht mehr mit Lehm verfüllt sind?"
Wenn die Risse durch die Wand bis nach außen durch gehen, könnte dadurch bei Schlagregen Wasser eindringen, das dann durch den Lehm in der Decke, oder die HFD bis nach innen zieht.

"Ist die Isolierung mit Holzfaser nicht richtig befestigt (also evtl. Hohlräume zwischen Außenwand und Holzfasermatten?)"
Mein Glaskugel ist zur Zeit kaputt, ich sehe darin nix.

"...was wir gerade erst fertig gestellt haben"
Was heißt das konkret? Gibts evtl. stellenweise noch Restfeuchte vom "gerade erst" verputzen? Bringt ihr z. Zt. noch viel Feuchtigkeit in den Bau (Verputzen, Nass-Estrich)?

Gruß,
KH

Lehmwand 1.Etage feucht


21.09.2022 Ma

Hallo! Hat etwas gedauert, Entschuldigung...
- nein, es sind nicht alle Außenwände. Giebelseite ist trocken, die beiden Seiten mit Fenster haben Feuchtigkeitsflecken (Evtl. kann das gut an den Fotos erkannt werden). und nur in diesem Zimmer
- Betroffen ist das obere Drittel der Wand, in/ um und über den Fensterleibungen, teilweise an der Wand ohne Verbindung zu den Feuchtigkeitsflecken an den Leibungen.
- wir haben den Raum vor 5 Jahren fertig gestellt, ca 1Jahr als Schlafzimmer genutzt, danach als Kinderzimmer eingerichtet und die Flecken sind seit ca 3Jahren da (mal mehr, mal weniger). Neue Feuchtigkeit kommt erst seit diesem Sommer und nur in geringen Mengen in den Bau, da wir zwei Räume in der ersten Etage verlehmen. Die Flecken gab es aber schon vorher
:-(
- Wandaufbau von Außen: hinterlüftete Holzverkleidung, Fachwerkgefache gefüllt mit Lehmsteinen, eine Schicht Lehm/ Strohgemisch zum ausgleichen, ca 3-4 cm (Balken mit Schilfrohr benagelt), 6cm Holzfaserdämmung, Armierungsgewebe, Oberputz. Innenseite von den Fensterleibungen mit nur ca 3cm Holzfaser gedämmt
- Blendrahmen nicht vorhanden, aber es kommt auch kein Wasser durch Regen dran. Rohre sind nicht in der Nähe, Risse gehen nicht durch die Wand

Vielleicht ist es noch wichtig zu erwähnen, dass wir den Dachboden erst dieses Jahr in besagter Art und Weise gedämmt haben. Über dem "feuchten Zimmer", war auf dem Stampflehm eine Schicht Spreu und darauf eine ca.3 cm dicke Schicht Estrich aufgebracht (der restliche Dachboden war mit Spreu belegt, wo verschiedenen Bretter und Türen drauf lagen). Kann dieses zur Entstehung von Kondensat geführt haben?

- Hoffe, das Hochladen der Fotos hat geklappt

Danke

Re: Lehmwand 1.Etage feucht



Deiner Beschreibung nach sollte der Wandaufbau passen. Auch die "nur" 3 cm Leibungsdämmung sollte nicht das Problem sein. Ganz oft werden Leibungen mangels Platz sogar nur 1-2 cm dick gedämmt ohen das es zu Kondensatbildung führt.
Auch der Deckenaufbau zum DG liest sich als nicht gefährend. Erst recht nicht, wenn eine Dämmung drauf gebaut wurde.
Seid deiner Eingangsfrage sind jetzt 2 Wochen vergangen. Sind die Flecken zwischenzeitlich weniger oder kleiner geworden?
Mir fällt ohne weitere Infos und/oder Fotos nichts mehr ein was zu den Feuchteflecken führen könnte.

Gruß,
KH

Lehmwand 1.Etage feucht


24.09.2022 Ma

Die Feuchtigkeitsflecken verändern sich immer wieder. Mal ist es mehr, mal ist es weniger. Wir werden mal richtig Wärme rein bringen und mal schauen, was dann passiert. Und weiter auf Ursachenforschung gehen: ein kleines Loch in die Wand, um Holzfaserplatte und dahinter zu kontrollieren, ob es feucht ist....Evtl. die Decke vom Dachboden aus öffnen, um zu schauen.
Ich werde nochmal andere Fotos hochladen.

Gruß M.L.

andere Fotos



"Ich werde nochmal andere Fotos hochladen."
Deinem Profil kann man zwar entnehmen dass du 4 Bilder hoch geladen hast, man sieht sie aber nicht.
Das Hochladen von Fotos ist in diesem Forum etwas tricky. Prüfe mal das Dateiformat und die Dateigröße.

Gruß,
KH

andere Fotos, die Zweite



Über die Galerie "Die aktuellesten Bilder" habe ich deine 4 Bilder jetzt doch gefunden.
Warum sie nicht direkt in deinem Profil angezeigt werden wäre mit Hr. Stöpler zu klären.....

Auf den Fotos sehen die Wände aus als wären sie a) entweder noch nicht komplett durch getrocknet, oder b) der strohhaltige Unterputz nicht vollflächig mit einem andersfarbigen Oberputz überzogen, der beim Filzen teilwiese wieder runter "gewaschen" wurde und deshalb ein Farbunterschied entstand, oder c) die Oberflächentextur sehr unregelmäßig ist, sodass sich das Licht unterschiedlich bricht und deshalb die Flächen so scheckig aussehen, oder d) eine Kombination aus mehreren dieser Faktoren vorliegt.

Ein Lehmputz kann zwar auch wegen hoher Luftfeuchtigkeit dunkler werden, aber die muss dann extrem hoch sein und lange hoch bleiben. Da das Zimmer anscheindend bewohnt ist, dürfte das wohl nicht der Fall sein.
In Anbetracht der unsauber ausgearbeiteten Deckenanschlüsse, den kleinen Löcher in den Leibungsecken und der unsauber gefilzten Rundung (sorry wg. der Kritik), tendiere ich zu der Vermutung dass hier eher ein Verarbeitungsfehler vorliegt.
Was mich auch noch wundert ist, dass der Putz an der Unterseite des Fenstersturzes anscheinend einen anderen Braunton hat als die Fläche neben dem Fenster. Ist das nur eine optische Täuschung des Fotos, oder habt ihr mit verschiedenen Putzen gearbeitet?

Gruß,
KH



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