Kerndämmung zweischaliges Mauerwerk von 1911


13.09.2022 bve 2 301

Hallo,

wir planen unser altes Mauerwerk von 1911 (Ziegelmauern, soweit ersichtlich zweischalig, 45cm) durch Einblasdämmung zu ertüchtigen. Wie sind hier die Erfahrungen? Welches Material eignet sich? Fassade ist intakt, soll nicht erneuert werden. Was ist, wenn die Einblasdämmung aus irgendeinem Grund Feuchtigkeit zieht - bekommt man die dann jemals wieder raus?

Gruß
Benjamin

Schaumglasgranulat



..wäre eine Option. Schaumglas ist geschlossenzellig und anorganisch. D. h., es kann kein Wasser aufnehmen und verrottet nicht.
Ein andere Option wäre evtl. noch Korkgranulat. Kork nimmt fast kein Wasser auf (0,x Vol%) , ist sehr verrottungsfest, hat einen etwas besseren Lambdawert als Schaumglas.

Zu deiner Frage: Was ist, wenn die Einblasdämmung aus irgendeinem Grund Feuchtigkeit zieht - bekommt man die dann jemals wieder raus?" Genau deshalb sollte man einen Dämmstoff verwenden, der eben keine Feuchtigkeit "zieht".

Gruß,
KH

... haben es schon getan


15.09.2022 Engelbert

Hallo
in 2019 haben wir hydrophobierte Glaswolle von Knauf eingeblasen.
Knauf Supafil Einblasdämmung https://www.knaufinsulation.de/supafil/einblasdaemmung
Jeden Tag wieder!

Grundsätzlich benötigt man einen Luftspalt von um die 5cm. Bei mir war es etwas mehr bis zu 7cm
Das Problem mit dem Kondenswasser auf der Außenschicht des Isoliermaterials steht und fällt mit dem Außenmauerwerk. Hast du Risse oder hinterspülte Bereiche wo die Farbe blättert, säuft deine Isolierung ab.
Dabei ist es egal welcher Werkstoff eingeblasen wird.
Perlit, Kork, EPS wollte ich nicht.
Schaumglas, Aerogel kenne als Werkstoff nicht....
Wir haben uns mittels Bauphysiker und einen Einbläser unserem Feuchteproblem angenährt.
Der Physiker sagte, es kommt zu Wasser. Der Einbläser erzählte habe er noch nie gesehen, und wenn tocknet es über den Sommer aus.

Ich habe dann beschlossen, für den Fall das Kondenswasser aus dem Innenbereich der Wand austritt,
sehe ich es im Kellerbereich des Mauerwerks. Denn wir haben Ziegel und Kalksandmörtel. Abgesehen von der Dachpappschicht, keine Isolierung der Mauergewerke. Wenn Wasser läuft sehe ich es im Keller.
Das wurde so festgehalten, der Bauphysiker hatte seine Rückendeckung und ich wußte wenn es passiert,
dann benötige ich Entwässerungsöffungen im Sockelbereich.

Bei mir war die Putzschicht außen sehr stark rissig, und ich habe eine Vorhangsfassade aus HardyPlanks vorgebaut. Das konnte ich selbst, da Verputz nicht mein ding ist.
Im Sommer ist die bewegte Luftschicht hinter den Hardyplanks sehr gut.
Wärme wird vom Haus ferngehalten und die Restfeuchte mit genommen um am Dachtrauf auszutreten.
Im Rückblick bin ich sehr zufrieden. 21°C im Haus, als alle unter der Hitze stöhnten war ok.
;D
UND das ohne Klimaanlage.

LG ENgelbert

edit 16.9.22
eine Sache habe ich vergessen, wir sparen ca. 30-35% der Heizkosten.
Und das Klappern der Türen ist weg, weil die Fugen und Balkenanschlüsse jetzt winddicht sind.

immer wieder.