Keller Decke zu 1OG


21.09.2022 Jörg Odw. 7 375

Hallo,

ich muss euch doch mal bitte eine Meinung zu meinem Vorhaben abzugeben. Danke dafür

Ich habe die Keller Decke frei gelegt, es sind nur Balken zu sehen. Sie liegen jeweils auf der Mauer (Naturstein) auf.
Die Balken sind ok. Der Keller (halb in der Erde) ist im großen und ganzen trocken.
Von oben 1OG nach Keller die Schichten wie ich es gerne aufbauen würde, danach die Erklärung warum.

1. Echttholzdiele (25-27 mm)
2. kleine Abstandshölzer / Latten mit Schüttung dazwischen und Heizungsrohre. (20mm)
3. Die eigentlichen Balken mit Blähtön dazwischen als Dämmung. Balkenabstand ist gerade mal +-37cm Mitte / Mitte bei 14er Balken. (140mm)
4. Unten quer zu den Balken Heraklith Platten und Kalkputz drauf. (25mm)

Folgende Begründung zu den Schichten.
1. Der Belag zum Laufen soll Echtholz sein, gibt ein warmes Gefühl und war vorher auch mal drin.
2. Ich versuche meine komplettes Haus umzurüsten auf große Flächen-Heizungen, Vorlauftemperatur knapp 40 Grad, also müssen Leitungen in die Decken und Wände
3. Die Balken selbst sind erst mal wie sie sind, dazwischen Tonkugeln oder Perlit. Der Dämmwert nicht so gut wie Holzfaserdämmplatten aber Richtung Keller habe ich bezüglich Feuchtigkeit und Tieren ein besseres Gefühl. Auch aus Brandschutzsicht. Alternative wäre Mineral/Steinwolle, passt aber irgendwie nicht zum alten Haus und ich versuche viel wieder zu verwenden oder ökologische Baustoffe zu nutzen.
4. Letztendlich habe ich mich auch aus Brandschutz und Tiersicht für Heraklith (KompromissLösung) entschieden. Darauf ein Kalkputz. Auch der Wandanschluss scheint mir unproblematischer. Gerne hätte ich 5 cm Schilfmatten drauf gemacht und diese mit Kalk oder Lehm verputzt. Da unten im Keller steht aber auch bald ein Kombi Kessel (Holz Pellets) oder ähnliches. Bei einer Schilfdecke habe ich so meine Bedenken.
Alternative wäre ggf Rauhspund (habe ich ca 200qm), Putzträger Schilf, Kalk.
Ich verzichte auf Folie.

Ich habe den Bauernhof küzlich erworben. Ich entgerne eigentlich noch. Materialien (Lehm, Holz ) veruche ich wieder zu verwenden, versuche vieles wieder so aufzubauen wie es war und verwende möglich wenig Bauchemie.

Danke fürs Lesen und einer Meinung :-)
Gruß aus dem Odw
Jörg

Re: Keller Decke zu EG



Den Aufbau kannst du so machen. Bevor du aber alles wieder zu baust, kontrolliere die Balkenenden in den Auflager genau. Nicht dass die Balkenköpfe in den Wänden doch schon am vergammeln sind.

Heraklith-Platten sind ein super Putzuntergrund. 5cm-Schilfplatten auch, die dämmen sogar noch ein bisschen mehr. Verputzt sind beide keine große Brandgefahr (HWF-Platten auch nicht).
Bezüglich der Heizrohre im Boden: Wenn du damit eine FBH meinst, warte mal ob/bis sich Thomas W. Böhme hier dazu äußerst. Er hat schon wiederholt ein FBH-System speziell für Holz-Fußböden empfohlen. Oder suche selbst nach seinen Beiträgen, mir fällt der Name des Systems gerade nicht ein.

Den ausgebauten Lehm musst du unbedingt trocken lagern! Und am Besten abdecken, damit Nachbars Mietzekatze ihn in der Scheune nicht als Klo benutzt.
Oft ist alter (Stroh-)Lehm altersbedingt mit Schimmelsporen vorbelastet. Das ist kein Problem solange der Lehm trocken bleibt, bzw., wenn er mal feucht/nass wurde, schnell wieder trocknen kann (dünn ausbreiten).

Gruß,
KH

Danke


22.09.2022 Jörg Odw.

Danke für deine Antwort.
Die Balken sind neu, wollte da nicht näher drauf eingehen weil die schon gesetzt bzw ausgerichtet sind.
Unter die Balkenköpfe habe ich spezielle Folie (nimmt man beim Mauern) , ist so ein Bitumenersatz.
Hatte lieber einen Balken mehr rein gelegt, daher sind sie sehr eng gesetzt. Stört ja nicht (ausser der nicht so gute Dämmwert), denke ich.
Die FBH soll entweder solche Alu-Verbundrohre oder so Kunstoffrohre sein. Heima bietet sowas an.
Bezüglich dem Heraklith (25mm) oder Schilf (20mm), die kosten ca gleich (denke so 11-13 Euro). Schilf hat leicht besseren Dämmwerte (bei gleicher dicke), ist aber im Standard etwas dünner. Oder ich schaue wirklich nach den 5cm Platten (26 Euro).
Danke Jörg

FBH unter Holzdielen



"Die FBH soll entweder solche Alu-Verbundrohre oder so Kunstoffrohre sein."
Wenn ich mich recht erinnere kann/darf man die Kunststoff-Heizrohre für FBH nicht offen/frei unter einem Bodenbelag betreiben. Die müssen in einem Estrich verlegt werden. Aluverbundrohre ginge zwar, würden aber die Holzoberfläche nicht gleichmäßig erwärmen, weil der Verlegeabstand zu weit ist und im Verhältnis dazu die "Kontaktfläche" zum Holz viel zu schmal. Die etwa Hälfte der Wärmestrahlung der Rohre wäre nach den Seiten und nach unten, d. h., vom Holz weg, in die Dämmung gerichtet.
Das von Thomas empfohlene FBH-System mit Wärmeleitblechen, speziell für Holz-Fußböden, ist das hier: https://www.ripal.de/fussbodenheizung/

Gruß,
KH

Super


22.09.2022 Jörg Odw.

super, danke dir, schau ich mir gleich an :-)

3 Stunden später: Interessantes System, Wärmeleitbleche. Dabei ist mir gekommen, man könnte die Röhre ja auch in 3cm Lehm legen. Ähnlich wie ich es ja auch in der Wand machen werde.

Unter der Dielung...



...kommt es weitaus mehr als in der Wand auf eine gleichmäßige und möglichst niedrige Vorlauftemperatur an.

Exakt deswegen ist das nicht ganz billige System von Ripal die sehr viel bessere Lösung als Rohr in Lehm.

Grüße

Thomas

ok


25.09.2022 Jörg Odw.

super vielen Dank für diese Einschätzung.

Zu Punkt 4:
Ich habe mir gegen Heraklith entschieden . Ich habe Rauspung (habe ich noch sehr viel) genommen und darauf kommt Schilf . Herklith ist wohl bei der Entsorgung nicht so ganz einfach. Hat mich irritiert.

Ergibt sich für mich die nächste Frage, wie mache ich den seitlichen Wandanschluss (Naturstein) an Rauspund. Den Rauspund habe ich gestern dran geschraubt und ihn über die Balken bis ca 1 cm an die Wand gehen lassen. Denke ich muss ja verhindern dass die klamme (sie ist schon recht trocken) Wand direkt kontakt mit den Bretter hat.
Bin noch am recherchieren :-)

Wandkontakt vermeiden



"Herklith ist wohl bei der Entsorgung nicht so ganz einfach." Die fallen unter gewöhnlichen "Restmüll" (Restmülltonne), oder bei größeren Mengen (Container) unter "Bau-Mischabfälle".

"Denke ich muss ja verhindern dass die klamme (sie ist schon recht trocken) Wand direkt kontakt mit den Bretter hat."
Wenn du Bedenken hast, dass Feuchtigkeit aus der Wand in die Decke zieht, könntest du nach dem Filzen den Putz entlang der Wand ca. 1/2 cm breit weg schneiden. Quasi eine Art Schattenfuge ausbilden, die die Decke von der Wand trennt.
Wenn die Wand einigermaßen eben verputzt ist, könntest du auch vorm Verputzen ein wasserfestes und dauerhaft klebendes Kunststoffklebeband als "Abdichtung" bis UK fertigen Putz ankleben, z. B. eines der Bänder für Dampfsperren. An dieses könntest du press dran verputzen, hättest so die Schattenfuge als "Wohnraum für ungewollte Untermieter" nicht.

Gruß,
KH