Holzfaserplatten - welche, um Türdurchgang zu schließen


21.01.2023 Mila 5 269

Schönen Guten Tag,
ich lese schon eine Weile mit, und habe schon etliche gute Infos hier gefunden. Ich renoviere grade eine Altbauwohnung (Stadtwohnung) mit schönen alten Lehmbauwänden. Jetzt hab ich ein Thema, wo ich irgendwie nicht richtig weiterkomme.

Ich möchte einen Türdurchgang zwischen zwei Zimmern zumachen (eine alte Zwischentür, früher konnte man quasi von jedem Zimmer ins Nachbarzimmer im Kreis laufen). Ich habe den äußeren Rahmen der Türzarge schon entfernt, der innere Rahmen soll halber bleiben, er ist sehr stabil. Der Rahmen ist 14cm tief und 2,20 x 0,90 m groß. Da soll eine Platte oder irgendwas rein, und dann überputzt werden.

Ich habe gelesen, daß es Holzfaserplatten gibt, die man ähnlich wie Gipsfaserplatten anwenden kann, um z.B. so ein Loch in der Wand zu schließen. Der Vorteil wäre, daß man diese direkt mit Lehm verputzen kann (das möchte ich machen, weil die ganze Wand mit Lehm verputzt ist, und was anderes würde vermutlich nicht gut halten an den Übergängen). Ich würde mir gern den Aufwand sparen, zusätzliche Putzträger anbringen zu müssen, wie das bei Holzplatten nötig wäre.

Jetzt stehe ich aber etwas auf dem Schlauch, welche Platte man da überhaupt nehmen kann. Aus den Beschreibungen der Hersteller werde ich nicht schlau, die beziehen sich alle auf Dämmung. Es gibt druckfeste Platten, aber es heißt dann auch, die müßten auf Holzplatten aufgebracht werden.

Kann mir jemand sagen, ob bzw. welche Holzfaserplatten geeignet sind, um einen Türdurchganz zu verschließen und anschließend mit Lehm-Unterputz zu verputzen?

Frage 2: wenn das möglich ist, vermutlich nimmt man ja zur Befestigung Metallprofile, und in der Mitte noch ein Hohlraum ist: kann man den mit Mineralwolle schließen, wie bei Gipsplatten, oder macht man das anders?

Holzfaserausbauplatten



Guggsdu z. B. hier:
ttps://www.claytec.de/Produkte/Bilder-und-Dokumente/3_Lehm-Trockenbau/claytec-hfa-n-f-d25/produktblatt/09-223.pdf
und hier:
https://www.claytec.de/Arbeitsbl%C3%A4tter/3_Arbeitsblatt-Lehm-Trockenbau/Claytec-Arbeitsblatt-Online.pdf

Gruß,
KH

Danke,


22.01.2023 Mila

die Info war sehr hilfreich. Leider steht dort auch, daß die Holzfaserplatten nur mit Dünnputz spachteln kann. Die Wand um meinen Türrahmen herum ist aber ca. 1,5 x 2c dick gespachtelt, deshalb muß ich natürlich die Tür auch so dick spachteln, wenn ich keine Beule will.

Dann muß ich wohl doch OSB nehmen. Blöderweise braucht man dafür wohl einen teuren Druckluftnagler, um Schilfmatten anzubringen. Ich habe zumindest mehrfach gelesen, daß Elektro- und Handtacker zu schwach seien. Den für eine einzige Tür anzuschaffen lohnt sich nicht.

Vielleicht versuche ich es mal mit einem starken Handtacker und klopf die Haken mit dem Hammer fest rein.

"Krampen"


22.01.2023 Holzer

hat man früher verwendet, als es noch keine Tacker gab.
Die Drähte an den Schilrohrmatten sind meiner Erfahrung nach ohnehin eher die Schwachstellen, da kommt es nicht so sehr auf die Qualität der Tackerung an.

Genausogut tut es auch sogenanntes Rippenstreckmetall. Das bekommt man im Gegensatz zu Schilfrohrmatten auch in jedem Baumarkt.

Re: Holzfaserplatten nur mit Dünnputz spachteln



Man kann Holzweichfaserplatten auch 2 cm dick verputzen. Dazu kämmt man zuerst als Haftbrücke eine Lage Lehm-Klebemörtel mit der Zahntraufel auf und lässt diese Schicht komplett trocknen. Dann zieht man den Unterputz auf, bettet das Armerierungsgewebe ein und lässt diese Schicht wieder komplett durch trocknen. Dann zieht man den Oberputz drüber.
Es geht darum dass die HWF-Platten nicht zu viel Feuchtigkeit ziehen. Deshalb lässt man die einzelnen Schichten jeweils völlig durch trocknen, bevor die nächste drauf kommt.

OSB-Platten als Untergrund haben gegenüber HWF-Platten den Vorteil, dass man an ihnen einfacher Gegenstände befestigen/aufhängen kann.
Um das Schilfgewebe an OSB-Platten anzutackern, wird ein Handtacker vermutlich nicht reichen. Es müssen an senkrechten Flächen (Wänden) mind. 15/16mm lange Tackerklammern verwendet werden. Die werden entlang dem Draht alle 5 cm getackert. Dabei sollen die Klammern komplett in die Platten eindringen, um den Draht auch zu halten.
Ein elektrischer Tacker sollte funktionieren. Die werden ja angeboten für Klammern bis 25/26 mm.
Zur Not mal im Maschinenverleih fragen.
Natürlich kann man das Schilfgewebe, wie das Steckmetallgitter auch, mit Dachpappstiften an nageln.

Wichtig ist, das das Putzträgergewebe über die Platte hinaus ca. 10 cm auf die Wand ragt, damit die Anschlussfuge überspannt ist.

Gruß,
KH

Super Ideen,


23.01.2023 Mila

danke, damit komme ich auf jeden Fall weiter! Dachpappennägel oder Krampen klingt auch sehr gut, und Streckmetall hatte ich auch schon überlegt, falls das Schilf nicht so schnell zu bekommen ist. Tolles Forum hier!