Dielen liegen nicht auf


24.01.2023 LenaB. 13 429

Hallo,
Ich habe in der ehemaligen Küche im 1.OG unter Spanplatten einen mit Ochsenblut gestrichenen Dielenboden gefunden. Diesen würde ich falls möglich gerne erhalten.
Das Problem ist, zu der Wand links im Bild liegen die Dielen nicht auf. Der letzte Auflagepunkt ist der Balken ca.50cm von der Wand entfernt (so weit ich das sehe) danach kommt der Balken auf dem die Wand steht, da liegen die Dielen aber augenscheinlich nicht auf. Wenn man in diesem Bereich auf die Dielen tritt, senken diese sich ein Stück ab. Am schlimmsten ist es im Bereich der Tür zum anliegenden Raum.

Wahrscheinlich bleibt mir nichts anderes übrig als das ganze von unten zu öffnen. Aber ich Frage mich, ob das wohl von Anfang an so gewesen ist? Wie würdet ihr das lösen?

LG

Ochsenblut?


24.01.2023 Holzer

Bist du da sicher?

Von unten kriegst du das kaum gelöst und wenn dann steht der Aufwand in keinem Verhältnis. Wer weiß was dir da alles entgegen kommt...

Wenn es die Dielen wirklich wert sind(was ich hinterfrage), besser vorsichtig aus- und wieder einbauen.

Behelfsmäßig


24.01.2023 Holzer

Könntest du eine dicke Sockelleiste aufschrauben und an der Wand verankern?

Öko-Mythos,


25.01.2023 altbaumann

aber Bodendielen wurden nie mit Ochsenblut gestrichen!
Stell Dir mal die Myriaden von Fliegen und den Geruch bei dieser mikrobakteriellen Vorgabe in den Räumen vor!
Ochsenblut (für Rot) und frischer Kuhfladen von mit Klee gefütterten Kühen (für Grün) wurde ausschließlich für WANDANSTRICHE in Verbindung mit Sumpfkalk verwendet!
Letzterer wirkte antibakteriell.
Bei dem Farbbild der Dielen dürfte es sich eher um rotes Bohnerwachs, also nicht wirklich historisch Erhaltenswertes handeln.
Einfacher Test: Wasserfarbe vom Kindermalkasten auf die Diele pinseln.
Grundsätzliche Frage:
Willst Du also künftig mit der Oberfläche dieser Dielen leben? Zumindest rechts im Bild sind Schimmelspuren zu sehen!

Ich würde das vor den Gegebenheiten nach Kosten-Nutzenrechnung lösen.
[..] das ganze von unten zu öffnen[..] ?
Würde ich nur, wenn ich nicht mehr wüsste, wo ich meine Ersparnisse ansonsten noch versenken könnte.
1 cm neben der letzten Nagelreihe
[..] letzte Auflagepunkt ist der Balken ca.50cm von der Wand entfernt [..]
sauberer Bleistiftstrich, sodass die Vernagelung noch Halt hat.
Handkreissägeschnitt, Dielenabschnitte aufnehmen und erst mal die Ursache von oben ergründen.

Ursache?


25.01.2023 ErwinG

Dass die Dielen konstruktiv 50cm in der Luft hängen, halte ich für extrem unwahrscheinlich.
Zudem sieht das (Fliesen) nach Feuchtraum oder Küche aus. Ich würde sehr ans Herz legen, die Ursache zu ergründen. Mit Geduld und Spucke lassen sich ein, zwei Dielen sicher substanzschonend entfernen um einen Blick darunter zu werfen. Gern auch an der Außenwand, dann kann man die Balkenköpfe gleich mitbetrachten.

Auflager fehlt


25.01.2023 Methusalem

Ich habe bei mir genau die gleiche Situation, im Randbereich kein Balken als Auflager, Dielen liegen einfach auf den Lehmwickeln, sporadisch mit Holzresten unterlegt. Dies habe ich in den Räumen bemerkt, wo die Dielen komplett erneuert wurden, jeweils dort wo sich Innenwände befinden. Wirklich perfekt lösen konnte ich das nicht. Da ich sowieso die Höhe ausgleichen musste, habe ich Dachlatten auf die Lehmwickel gelegt. Die Lehmwickel sind bei mir sehr stabil mit Auflager auf Latten. Eine Lösung für dein Problem weiß ich auch nicht. Fußleiste entfernen und mit Mörtel unterstopfen durch die Ritze, notfalls unter der Fußleiste 1,5 cm von den Dielen abschneiden.

Dielen liegen nicht auf


25.01.2023 LenaB.

Das die Dielen nicht wirklich mit Ochsenblut gestrichen sind, ist mir bewusst. Der Name der Farbe hat sich aber doch etabliert, oder?
Ich bin mir ziemlich sicher dass es sich um diese Farbe handelt.
Was ich bisher gesehen habe, sind die Dielen abgesehen von den letzten Abschnitt vor der linken Wand in einem Zustand, der schon noch zu retten ist. Meiner Meinung nach.

Ich möchte ungern wenn es ums Geld geht, die Dielen komplett durch neue Dielen ersetzen. Da nochmal etwas drauf zu packen kommt nicht in Frage. Die Dielen rausreißen und durch osb oder der gleichen zu ersetzen kommt auch nicht in Frage.
Da wir eh vor haben unten die Decke zu öffnen (um die Balken, hauptsächlich den auf dem die Wand steht zu begutachten), könnte man in diesem Bereich den Einschub entfernen und einen Auflagepunkt herstellen, nur wie?
Nächste Option wäre den eventuell morschen Teil der Dielen bis zum letzten Balken zu entfernen und versuchen das ganze von oben zu machen und dann den Teil durch neue Dielen ersetzen.

Was ich in anderen Räumen von unten gesehen habe, ist der Einschub, in unserem Fall Lehm auf sehr dünnen Hölzern, nicht wirklich tragfähig.
Wahrscheinlich ist es am besten doch mal nachzugucken und 1-2 Dielen vorsichtig hochnehmen.

Wasserschaden?



Hallo,
die Fliesen deuten auf einen ehemaligen Feuchtraum hin. Badezimmer? Küche? Waschraum? Die Flecken auf dem Boden ebenfalls. Könnte es sein, dass die Balken darunter vermorscht sind? Ich würde am Rand beginnen die Dielen auszubauen und mal einen Blick in das Innere werfen.

Farbtonbezeichnung trifft natürlich zu !


26.01.2023 altbaumann

Mir erschließt sich nicht, warum Du das Pferd von hinten (unten) aufzäumen willst.

Ich zitiere mich:
[..] Handkreissägeschnitt, Dielenabschnitte aufnehmen und erst mal die Ursache von oben ergründen. [..]
Möglicherweise kommt dann ähnliches zum Vorschein wie bei einer Decke (Foto),
nachdem ich einen "wackligen, neuen" Fliesenbelag samt den darunter aufgebrachten Verlegeplatten abgebrochen habe.
Das Haus war 3 Jahre nach einer angeblichen "Topsanierung" zum Generalsanierungsprojekt geworden und der Eigentümer am Ende seiner Kräfte (musste verkaufen).
Auch da fehlte wandseitig das Auflager für die Verlegeplatten, die Lehmwickel lagen frei auf der EG-Wand. Zwischen den Staakenenden waren nur Putzreste eingestampft.

Auf den Staaken, oder sogar (idealerweise) am Balken unter der Wand, kannst Du dann eine Latte als Endauflage für die Dielen verschrauben.
Wenn Du den Lehmeinschub von unten rausholst, musst Du mit unkontrollierbaren Horizontalschubkräften aus den Lehmwickeleinschüben der Nachbardeckenfelder rechnen!
Das "kann" durch schlimme Folgen für die gesamte Decke haben.
Abgesehen davon, dass das von unten sehr, sehr mühsam wäre, ist es möglicherweise wirklich vorbei mit dem Dielenretten!
Die Kontrolle des Deckenbalkens unter der Wand ist auch von oben möglich.
Nachträglich eingepasste Dielen [..] letzten Abschnitt vor der linken Wand [..]
als Ersatz für die eindeutig vergammelten Abschnitte, lassen sich problemlos mit den Altdielen verschleifen und wen stört's, wenn in einem rustikalen Dielenboden erkennbar ist, hier wurde der Boden saniert?
Wäre für mich eher reizvoll.
Mein Rat, geh's von oben an!
Möglicherweise entpuppt sich die Problembehebung auch viel einfacher als befürchtet.

Dielen liegen nicht auf


26.01.2023 LenaB.

Das es zu Problemen kommen kann wenn man einen Einschub entfernt, wusste ich nicht. Das kenne ich nur von Kappendecken.
Ich füge mal ein Bild der Unterseite des anliegenden Raumes hinzu.
Unter der linken (tragenden) Wand steht keine Wand im Erdgeschoss. Die Wand steht auf einem der Deckenbalken. Könnte es zu Problemen kommen wenn ich durch eine angeschraubte Dachlatte Gewicht des Bodens hinzufüge?

[..] nur von Kappendecken bekannt [..]


26.01.2023 altbaumann

Guten Morgen Lena,
weitestgehend besteht da durchaus eine gewisse Bauartverwandtschaft.

Vorweg: Ich bin fälschlicherweise bisher von einer Lehmwickeldecke ausgegangen. Wie Dein neues Foto zeigt, ist das ja gar keine, vielmehr Lehm auf Schwartenbrettern.
Prinzipiell ändert das aber nichts an der geschilderten Problematik.

Die Schwartenbretter und der oben befindliche Lehm üben, vergleichbar den Steinen in der Kappendecke, auch seitlichen Druck auf die Deckenbalken aus.
Geschweige (nur die mögliche Annahme!), es wurde ursprünglich zwischen OK Lehm und UK Diele auch noch Schüttung oder Brettchen aufgebracht, was gerne mal gemacht wurde, dann wirkt auch noch die Verkehrslast in diesen Bereichen auf den Einschub.
Der gesamte Seitendruck wird aber in der ausgelasteten Decken jeweils durch die Nachbarfelder ausgeglichen.
Nimmst Du jetzt einen Einschub im System raus, kann (!) das zu einer seitlichen Verdrehung (Ausweichversuch) der durch das Fehlen des Einschubes nicht mehr beidseitig eingespannten Balken mit einer sehr unangenehmen Kettenreaktion führen.
Ich sage ausdrücklich kann, aber wo irgendwie möglich, ist es ratsam am bestehenden Deckengefüge nicht einzugreifen.
Kritiker könnten jetzt sagen, reine Theorie.
Ich suche deswegen ein Foto raus, wozu das führen kann!

[…] Könnte es zu Problemen kommen, wenn ich durch eine angeschraubte Dachlatte Gewicht des Bodens hinzufüge? […]
Grundsätzlich erst mal Nein.
Die Auflagerkraft der ca. 50 cm langen Bodendiele ist eigentlich zu vernachlässigen. Sie war ja auch bisher, einschließlich Verkehrslasten, wenn auch auf dem Umweg über den Lehmboden, wirksam.

Aber du schreibst JETZT (!),
[…] Unter der linken (tragenden) Wand steht keine Wand im Erdgeschoss.[…]

Sollte es wirklich eine tragende Wand sein, setze ich bei meinem "Nein" ausdrücklich voraus, dass der Balken darunter nicht an die Grenze seiner Belastbarkeit oder bereits darüber ausgereizt ist,
vielmehr ausnahmslos allen statischen Anforderungen gerecht wird.

Wenn nicht, wäre das eine völlig neue Ausgangslage für die Gesamtbetrachtung!
Dann, denke ich, sind die paar Qm Bodendielen eher das geringere Problem.
Und dann erst recht primär:
Finger weg vom Einschub!

Was passieren kann, wenn


26.01.2023 altbaumann

man wie ich, der ach so kluge "alte Hase" statische Gesetze außer Acht lässt.
Ich wollte, Gott sei Dank von oben, die sich über zwei Räume erstreckende Lehmdecke
Einschub für Einschub abbrechen.
Den Lehm im ersten Deckenfeld hatte ich bereits mit Kreuzhacke und viel Schweiß, wie sich von selbst versteht von oben, herausgenommen.
Gott sei Dank, von oben.
Um nicht ständig vom Dachboden über die Treppe in das Geschoss darunter laufen zu müssen, wollte ich mir einen Leitereinstieg schaffen.
Dazu schnitt ich mit der Kettensäge eine Luke in die verbliebenen Einschubschwartenbretter längs der Deckenbalken.
Dann klemmte plötzlich die Säge und kurz nachdem es mir gelungen war, sie rauszuziehen, verschob sich der nebenliegende Deckenbalken in Richtung Luke und ... siehe Foto!

Unverhofft schneller Teilabbruch der Decke, mit wenig Schweiß, aber viel Glück über Zimmer 1.

Und nicht genug,


26.01.2023 altbaumann

unverhofft schneller Teilabbruch der Decke, mit wenig Schweiß, aber viel Glück über Zimmer 2.
Nicht alles, was da zu sehen ist, kam auf einmal.
Ich musste natürlich von oben zunächst noch die lavedesten Teile (diesmal mit viel Angstschweiß) nach schicken, bevor ich unten beräumen konnte.

Ui ui...ne besser nicht


27.01.2023 LenaB.

Besser Vorsicht als Nachsicht.
Gut das du mir das gesagt hast, war mir nicht bewusst.
Ja, die Wand ist tragend. Im DG oben drüber steht auch eine Wand und ich gehe stark davon aus dass dort das Dach aufliegt.
Die Wand im OG ist (Teil-) Fachwerk mindestens zwei diagonale Balken leiten die Last teilweise auf die tragenden Wände im Erdgeschoss ab. Zumindest was ich bisher gesehen hab sind die Balken in der Wand in einem guten Zustand.
Das der Tragbalken in einem guten Zustand ist, wäre wünschenswert, ansonsten habe ich ganz andere Probleme als die Dielen.
Zumindest aber der Putz der Decke und die putzträger Lättchen (ich glaube die heißen Pliester) sollen weg damit ich mir ein Bild machen kann.