Barockes Portal in Duderstadt

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Dieses beeindruckende Portal in der Jüdenstrasse 29 (Baujahr 1729) ist es wert, ein wenig beschrieben zu werden. Ich erlaube mir aus dem Stadtführer zu zitieren: Dieses spätbarocke Bürgerhaus war, wie schon die schmucklos zusammengefügte Balkenstruktur und die außen liegenden Abbundzeichen anzeigen, nicht auf wohlgesetztes Sichtfachwerk hin angelegt. [...] Vom ästhetischen Gesichtspunkt her hatte die originale Verputzung vor allem den Effekt, das Portal - wesentliches Schmuckelement dieser Fassade - herauszuheben. Das mit aufwendigem Schnitzwerk dekorierte Portal, künstlerisch durchgestaltet in allen Teilen, dem Rahmen wie den Türblättern, ist einzigartig in Duderstadt. Der untere, 1680 datierte Teil bedient sich des auch im sakralen Bereich üblichen Formenvokabulars der barocken Blütezeit im Eichsfeld gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Dazu gehören in erster Linie die Akanthusranken (Türsturz), die plastisch sich vorschiebenden Puttenköpfe, die dichten Frucht- und Blütenbündel und die Maskare (Türblatt). Die beschwingte, schon rokokohafte Portalbekrönung wurde erst 1729 aufgesetzt, als der Architekt und Goldschmied Johann Christoph Fritz, das Haus nach seinen Vorstellungen schönerte. Die Kartusche in der Mitte trägt seine Initialien.