Richtspruch für ein Stammhaus/ verfasst und gehalten am 29.10.2004 in Wandlitz

Deutschland-Allgemein




Mit Gunst und Verlaub Hochgeehrte Versammlung! Vollbracht ist das Werk der schaffenden Hände, Wohnlich und wärmend die schützenden Wände Gezimmert; vom Firste grüßt stolz des Richtbaumes Zier; Herrgott, wir danken von Herzen dir Und bitten, du wollest bewahren Vor aller Not, vor allen Gefahren Dies Haus! Und Friede soll walten Über denen, die darinnen schalten! Wohlige Wärme in kalten Tagen Spende das Heim in trautem Behagen, Und in des Sommers erdrückender Schwüle Biete das Haus erquickende Kühle! Noch liegt des Holzes würziger Duft Wie ein Gruß vom Walde hier in der Luft; So herb und so frisch, so edel und rein Möge’ fortan die Seele des Hauses sein! Nun nehme’ ich froh das Glas zur Hand, Gefüllt mit Wein bis an den Rand, Und mit dem feurigen Saft der Reben Wie sich’s nach altem Brauch gebührt, Wenn so ein Bau ist ausgeführt. Gesegnet sei das neue Haus Und die da gehen ein und aus. Dem, Bauherrn, seine Lieben, Möge nie ein Leid betrüben; Hoch Und allen, die hier unten steh’n, Wünsche Glück ich auf allen Wegen; Hoch Der letzte Schluck, er gilt der Ehre Des Handwerks, dem ich angehöre; Hoch Du, Glas zersplittere im Grund! Geweiht sei dieses Haus zur Stund!