Schrägbalken mit altem Holzwurmschaden


06.07.2021 querys 5 232

Hallo zusammen
Wir entkernen gerade unser Fachwerkhaus. An einer einzigen Stelle kam nach dem Abreißen der Herkalithplatte ein Holzwurmschaden zu Tage.
Der gefräßige Mitbewohner scheint allerdings bereits ausgezogen oder an Altersschwäche verstorben.
Während seiner Lebzeiten hat er auf rund 70cm eines Schrägbalkens ca 2-3cm Dicke (von originalen 12cm) aufgefressen.
Wie sollte man den Balken ertüchtigen? Oder einfach so lassen und Lehmputz drauf?

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06.07.2021 querys

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06.07.2021 querys

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08.07.2021 1zelner

Moin,
schau mal ob der Balken noch der Nagelprobe standhält. Wenn er nur oberflächlich angefressen ist, kannst du das vorsichtig mit dem Stecheisen wegnehmen und das Holz behandeln.
Ich habe für solche Zwecke immer verschiedene Lochbleche und Lochbänder auf Vorrat liegen. Damit kann so ein Balken zumindest auf Zug wieder sehr stabil werden. Um Druck aufzunehmen, gibt es Lochbleche (10 cm breit und 1 m lang). Wenn du so ein Ding aufnagelst bis über die Ständer und auch dort fixierst mit ordentlichen Ankernägeln (alle 3 cm im Umkreis einen 60er Nagel) hält das ganze noch hundert Jahre. Dann Streckmetall aufbringen und verputzen - fertig.

Nägel halten, womit behandeln?


08.07.2021 querys

Danke dir! Das hilft mir schonmal weiter. Nägel halten ohne weiteres, die Hekalithplatten waren großzügig vernagelt, die Nägel musste ich alle mit dem Nageleisen raushebeln, da war keiner lose.

Womit behandelst du den Balken?

Passt schon



Der "Schrägbalken" ist eine Strebe, die im Fachwerk eine aussteifende Funtion hat. D. h., sie dient dazu das Fachwerk daran zu hindern sich in Längsrichtung zur Wand zu neigen ( vergleichbar mit einem Quadrat das zu einem Rhombus/Parallelogramm "verzogen" wird). Da dein Fachwerk mit Bimssteinen und anscheinend Kalkzementmauermörtel ausgemauert ist, steift diese Ausmauerung das Fachwerk schon aus. Von daher brauchst du dir keine Gedanken über eine "Ertüchtigung" der angefressenen Strebe zu machen. Bei 12 cm Balkendicke sind die fehlenden 2 - 3 cm nicht so tragisch, dass eine kraftschlüssige Ausbesserung notwendig wären.
Wenn du die Wand wieder vollflächig verputzen willst, brauchst du das Holz nicht weiter behandeln. Du kannst die tiefen Fehlstellen zuerst mit Putz auffüllen und dann die Wand mit einem Putzträgergewebe belegen und verputzen
Wenn du die Wand holzsichtig lassen willst, kannst du die zerfressenen Stellen z. B. mit der Oberfräse eben weg fräsen und ein passend zugeschnittenes Brett aus Altholz drauf leimen. Zum Fräsen kann man rechts und links neben dem Balken je eine gehobelte Leiste an die Wand schrauben, auf denen man mit der Oberfräse "fährt". Im www gibt lange Fräser, um entsprechend tief ausfräsen zu können. Am Besten gleich 2-3 kaufen, wegen der abgebrochenen/nicht sichtbaren Nägel im Holz... ;-)